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Für Ende April plante ich schon etwas länger einen Trip
an ein für mich unbekanntes
Gewässer in Frankreich, den
Etang de Guermouche.
Doch mit den
eigentlichen Vorbereitungen
zu diesem Wochenende sollte
ich erst wenige Stunden
vorher kommen. So hetzte ich
mich den letzten Tag auf der
Arbeit als wäre der Teufel
hinter mir her und fuhr auf
direktem Weg nach Hause um
meine Sachen zu packen damit
es in den frühen
Morgenstunden auch direkt
losgehen kann. Pünktlich um
6:00 Uhr klingelt der
Wecker, ich verabschiede
mich kurz von meiner
liebsten und spule das
morgendliche Ritual noch
recht verschlafen ab.
Badezimmer, Duschen & Co. Ab
in die Küche, Kaffee in die
Thermotasse drücken, der
Griff zum Schlüsselbund,
Handy und Geldbeutel. Nun
direkt ins Auto.
Eineinhalb Stunden
fahrt bieten genügend Zeit
um richtig Wach zu werden
und als meine Kaffeetasse
leer war und 2 Zigaretten
geraucht waren konnte ich es
nicht mehr abwarten endlich
anzukommen.
Die Plätze am See wurden verlost und ich landete auf
Platz 2. Dort mit meinem
Tackle niedergelassen
erkundete ich den
Gewässerboden in einer
angenehmen Wurfweite.
Oftmals liegt ein guter Spod
gar nicht so weit draußen
wie mancher denkt.
Gelassen und ruhig
lotete ich und fand schon
nach kurzer Zeit einen Platz
der mir zusagte. Etwa 80
Meter geradeaus, fester
Boden und eine Tiefe von ca.
1,2m. So mag ich es und war
zuversichtlich auf diesem
Spod einen Fisch zu haken.
Für die 2 Rute kam
das Ufer an der anderen
Seite genau richtig. Dort
waren es direkt nach dem
Ufer geschätzte 2m Tief und
stieg dann durch eine Stufe
wieder auf 1,3m. Eine gute
„Rinne“.
Rute Nummer 3 fischte
ich sehr kurz,
nicht einmal 20m
entfernt vom Bissanzeiger.
Als meine Montagen
alle bereit lagen war es
Zeit die Plätze mit Futter
zu bestücken. Etwa 3kg
Spodmix und 2 kg Boilies
verteilte ich gleichmäßig.
Zufrieden mit der
Platzierung meiner Montagen
und voller Zuversicht machte
ich mich daran mein Camp
einzurichten.
Walli, mein Angelkumpel mit dem ich sehr oft unterwegs
bin hatte das Glück Platz 3
zu ziehen. Ich half ihm noch
etwas bei seinem Camp Aufbau
und natürlich unterhielten
wir uns über das was wohl
hoffentlich noch kommen mag.
Am frühen Abend war es dann
auch schon so weit. Die
Bilddaten meiner Kamera
zeigten an 17:32 als wir den
1. Fisch fotografierten. Die
Rute welche ich am anderen
Ufer platziert hatte lag für
einen Bartelträger von 7,5kg
wohl genau richtig. Zwischen
Fisch 2 auf dieser Rute lag
nur ein kurzes Abendessen.
Etwas enttäuscht vom Gewicht
welches gerade mal an 3kg
kam war es dennoch ein
Indikator dafür dass die
Fische in dieser „Rinne“
fressen und sich auch
aufhalten.
Der weitere Abend
verlief sehr ruhig und so
dauerte es bis kurz vor
Mitternacht
bis sich einer meiner
Bissanzeiger das nächste Mal
meldete. Der Drill war
heftig und mein Gegner
schien zu diesem Zeitpunkt
ein gewichtiger
Schuppenträger zu sein.
Allerdings konnte ich den
Fisch nicht keschern, kurz
vorm Kescher passierte es.
Schnurbruch. Mir wurde ganz
warm und ich konnte nicht
begreifen warum die Schnur
nicht hielt.
Eine Zigarette später
prüfte ich die Schnur,
montierte komplett neu und
warf die Rute in der
Dunkelheit der Nacht wieder
Richtung Spod. Noch ein paar
Boilies hinterher und die
Welt sollte wieder in
Ordnung sein.
Schnell fand ich
wieder in den Schlaf,
welcher aber nicht von
langer dauern sein sollte.
Erneut war es die Mittlere
Rute welche ich aufnehmen
musste und nach einem kurzen
Drill hatte ich den nächsten
Fisch von etwa 7,6kg in den
Händen. Die restlichen
Stunden der Nacht durfte ich
leider ohne weitere
Aufwachphasen verbringen.
Sonnenlicht erhellte schon
mein Bivvy als ich meine
Augen öffnete. Gut
geschlafen dachte ich und
ging auch direkt zu Walli
ans Zelt um zu sehen ob er
schon wach ist. Gemeinsam
genossen wir ein ausgiebiges
Frühstück und dann machten
wir uns auf die Ruten
einzuholen, die Montagen neu
zu beködern sowie unsere
Futterplätze mit frischen
Leckereien zu bewerfen. Zum
Mittagtisch kam auch dann
der nächste Flossenträger.
Doch auch dieser sollte
nicht schwerer sein als 7kg.
Nachdem die Rute wieder im
Wasser war, setzte ich mich
in die Sonne und widmete
mich meiner Tacklebox.
Zuerst etwas Ordnung
geschaffen, dann einige
Montagen gebunden und mit
Walli über die
verschiedensten Hakenformen
und Rig`s diskutiert. Mitten
im Gespräch störte uns dann
plötzlich unerwarteter Weise
ein „Vollrun“. Sofort
erkannte ich, dieser ist
gewichtiger als die
bisherigen und nach einigen
Fluchten konnte ich den
Kescher unter den Karpfen
schieben. Die Waage verriet
uns 13kg und so sollte ich
recht behalten. Dennoch ist
nach oben noch einiges
offen.
Doch so schnell
sollte ich den ganz Dicken
nicht auf die Matte
bekommen. Denn der folgende
Lauf lag wieder wie die
ersten Fische auch bei knapp
über 7kg.
„ Schick Dein Opa !
„ rief ich dem Fisch
hinterher und Walli meinte
nur: „Man Sergej, Du hast ja
voll die Teenager Session
!“. Bis kurz nach
Mitternacht sollte er recht
behalten und dann leider
auch danach, denn der
kommende Fisch welcher meine
Montage aufnahm brachte es
gerade mal auf 2kg. Danach
war es wie abgestoppt. Keine
Aktivitäten mehr bis zum
Morgengrauen. Die Sonne
schaute über den Horizont
und es wurde langsam hell.
Ich wachte auf und war etwas
enttäuscht über die ruhige
Nacht. So drehte ich mir zu
Seite, zog den Schlafsack
über den Kopf und wollte
noch eine Runde ins
Traumland entkommen. In
diesem Moment ertönte meine
Funkbox neben der Liege. Es
war die rechte Rute. Der
Drill fühlte sich ähnlich an
wie die bisherigen und ich
war überrascht als der Fisch
etwas mehr als 9kg auf die
Waage brachte. Hätte ich zu
Beginn nicht gedacht. Wir
hatten den Fisch gerade
zurück ins Wasser gelassen
als die nächste Rute
abpfiff. Die Mittlere sollte
es wieder sein und das
Gewicht des Fisches war mit
8kg leider noch immer nicht
der erhoffte Brocken. Kurz
gefolgt von einem weiteren
mit 8,3kg. Die Rute lag
vielleicht 10 Minuten am
Spod. Die Fische waren also
da, und das Futter wohl
recht attraktiv für die
Seebewohner. So hoffte ich
weiter auf einen der Dicken
Fische. Es ging dann fast
Schlag auf Schlag. Denn der
nächste Fisch gönnte mir
zwischen Swinger einhängen,
Schnurspannen und Vollrun
nicht einmal eine
Zigarettenlänge. Die Waage
blieb kurz vor 10kg stehen.
Mittlerweile gab ich die
Hoffnung auf einen Fisch
über 15kg auf und dachte
mir:
"OK, dann eben Durch angeln bis der Arzt kommt !".
Der nächste Fisch
besuchte meine Matte nach
dem Mittagessen. Fast immer
zu den gleichen Zeiten, wie
ich zu diesem Zeitpunkt erst
realisierte und mit 9,4kg
genau in der
„Zielgruppengewichtsklasse“
dieser Session.
Dann war wieder
Stille. Bis 01:30 am
nächsten Morgen. Und dieser
war auch immerhin mit seinen
12kg etwas schwerer als
seine Vorgänger. Und wie
sollte es anders sein, lief
die nächste Rute mit nur
wenig zeitlichem Abstand und
ein weitere Fisch mit knapp
8kg fand sich nach einem
kurzen Drill in meinem
Kescher wieder. Am nächsten
morgen stand leider der
Abbau auf dem Programm.
Natürlich zuletzt die Ruten,
und so konnte ich kurz vor
der Heimfahrt noch einmal
meine Matte nass machen und
einen 9kg Fisch in die
Kamera halten.
Zufrieden über die Anzahl der Fische, die reibungslose
An- und Abreise sowie das
freundliche Team des Etang
de Guermouche traten wir die
Heimreise an. Und eines ist
sicher, dieser See hat einen
neuen Freund gefunden, und
für mich stand fest, dass
ich hierher zurück komme.
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