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Es ist
März 2005, der Abend vor des
legendären Carp-Meetings der
Gebr. Zutter in Genk.
Gemütlich saßen wir zusammen
mit ein paar Verrückten bei
meinem Freund
Michael.
Schnell waren die
Bestellungen besprochen, da
ich leider durch die Arbeit
verhindert war und nicht mit
konnte. Nun saßen wir dort
bei Bier und Rotwein,
schwelgten in Erinnerungen
der letzten Saison, als
Michael
uns voller Stolz sein
Fotoalbum unter die Nase
hielt. Lange ließ ich mich
nicht bitten. Wann hat man
schon mal die Chance im
Fotoalbum eines Moselanglers
zu schmöckern, der von
Beginn der Boilie-Ära an
diesem Fluß Anfang der 90er
dabei war. Nach etlichen
schönen Fischen schlug ich
die Seite um und es war um
mich geschehen. Ein
makelloser Spiegler aus dem
Jahr 2004 mit 17 kg. Ich war
verliebt, diesen Fisch
wollte ich mit aller Macht
fangen. Und so geschah
folgendes:
Piep,
piep, piiiiiiep, ich riß die
Zelttür auf, es war stock
dunkel, verschwommen und
Schemenhaft sah ich die
Uferpartie. Die LED des
Microns blendete mich, ich
kniff die Augen zusammen und
hob die Rute vom Pod, der
Anschlag saß, das bereit
stehende Boot brachte mich
schnell in den Strom. Dort
spielte der Fisch seine
ganze Erfahrung aus, aber
nach einer Ewigkeit hatte
ich Ihn im Kescher. Am Ufer
angekommen legte ich den
Fisch auf die Matte und sah
einen wunderschönen Spiegler
vor mir liegen. Ich hob ihn
in die Wiegeschlinge. Auf
einmal fing die Digitalwaage
an zu leuchten und zu
piepen. Nach mehrmaligem
drehen war mir klar, es war
ein Traum. Die Waage war
mein Wecker. Wo befand ich
mich? Die Umgebung war mir
vertraut. Die grünen Wände
boten mir schon bei so
manchem Wetter Schutz. Ich
lag an einem See den ich
2005 und 2006 der Mosel
vorzog.
Ich musste oft an
diesen Traum denken. Er war
so real, das musste ein
Zeichen sein.
So
entschloss ich mich am Ende
des Jahres 2006 keinen
weiteren Jahresschein für
diesen See zu kaufen,
sondern mich 2007 wieder
voll auf die Mosel zu
konzentrieren. Nachdem ich
Michael
und Carsten von meinem
Vorhaben berichtete war
schnell klar dass wir das
Frühjahr zusammen fischen
würden. Eine passende Stelle
war schnell gefunden.
Die
ersten Futteraktionen wurden
gestartet und es kam so
langsam ins rollen, Carsten
und
Michael
fingen ihre Fische. Nur ich
hinkte ein wenig hinter her
und konnte noch keinen Fang
verbuchen. Wir hatten
mittlerweile schon einige
Nächte gefischt. Es kam die
Nacht vom 29.04 auf den
30.04 Carsten und ich saßen
gemütlich bei Rotwein vor
unseren Zelten. Es war für
Ihn nicht einfach mich
weiter zu motivieren. Ich
kam langsam ins Zweifeln ob
ich nicht doch besser an dem
See geblieben wäre.
Deprimiert legte ich mich
recht früh ins Zelt. Um
23.30 Uhr dann Piep Piep
Piiiiiep, der Bissanzeiger
schrie. Erschrocken schaute
ich um mich, die LED der
Funkbox leuchtete das Zelt
taghell aus. Wie in Trans
taumelte ich zu den Ruten,
der Anschlag saß und ich
stieg sofort ins Boot,
schnell war ich im
Hauptstrom, dem Fluß und dem
Fisch ausgeliefert. Langsam
kämpfte ich mich an ihn ran.
Irgendwann dachte ich nur,
diese Situation hattest du
doch schon mal, ich fand
mich in meinem Traum wieder,
mein Traum sollte
Wirklichkeit werden. Nach
dem ich den Fisch keschern
konnte eilte ich zum Ufer
zurück und ja er war es. Ich
hatte
Pünktchen gefangen. Seit
fast 2 Jahren mein erster
Moselkarpfen und gleich
dieser Fisch mit 19 kg, er
hatte knapp 2 kg seit dem
letzten Fang zugelegt. An
schlafen war nun nicht mehr
zu denken. Mehrmals
kontrollierte ich Nachts
noch den Karpfensack. Als
ich dann endlich im
Sonnenaufgang Fotos dieses
wundervollen Fisches
schießen konnte war ich der
glücklichste Mensch auf der
Welt. Der Bann war gebrochen
und so mancher Karpfen
folgte Pünktchen auf die
Abhakmatte und das Jahr 2007
war für mich sehr
erfolgreich.
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Das
Jahr 2008 begann für mich
sehr ernüchternd, so konnte
ich in einem Urlaub in
Frankreich in einer Woche
leider nur einen Karpfen
fangen. Der späte
Kälteeinbruch mit viel
Schnee schlug den Karpfen
doch ganz schön auf den
Magen. Zurück in Deutschland
begannen wir wieder zu dritt
den Platz des Vorjahres zu
befüttern. Leider war ich
auf der Arbeit so stark
eingebunden das ich nicht
viel zum fischen kam, aber
die Nacht vom 29.04 auf den
30.04 nahm ich mir Zeit.
Diese für mich historische
Nacht musste ich einfach an
der Mosel zusammen mit
Carsten verbringen. Carsten
war schon mehrfach
erfolgreich zu diesem
Zeitpunkt und so waren wir
sehr optimistisch. Lange
hatten wir uns schon nicht
mehr gesehen, so das der
Abend mit dem ein oder
anderen gekühlten Getränk
begossen wurde. Durch den
Stress der letzten Wochen
tat es mir mal ganz gut
wieder raus ans Wasser zu
kommen. Kurz bevor wir uns
in die Zelte zurück zogen
scherzte Carsten noch,
gleich um 23.30 Uhr fangen
wir
Pünktchen wieder.
Lachend legte ich mich mit
den Worten „Du Spinner, das
waren wohl ein paar Bier
zuviel“ auf die Liege. Durch
eine schreiende Funkbox
wurde ich wieder wach, meine
war es nicht. Der Blick auf
die Uhr bestätigte mir dass
ich nur 30 Minuten auf der
Liege geruht hatte, es war
23.30 Uhr.
Als ich
mich aus dem Zelt gequält
hatte sah ich wie Carsten am
drillen war. Grinsend guckte
er mich an und sagte:
„Ich
hab doch gesagt wir fangen
gleich noch Pünktchen“.
Noch
nicht wirklich davon
überzeugt kescherte ich
einen großen Spiegler. Beim
Blick in den Kescher sah ich
ein riesiges Kreuz, er wird
es doch nicht wirklich sein?
Wir legten den Fisch auf die
Matte, als
ich den Leberfleck
sah stockte mir der Atem.
Pünktchen lag wieder vor
uns. Genau ein Jahr nach dem
ich diesen wunderbaren Fisch
hatte fangen dürfen wurde
nun auch mein Freund Carsten
mit diesem Fisch beschenkt.
Das kann doch kein Zufall
sein! Die ganze Nacht durch
feierten wir diesen Fang.
Etliche Sektkorken ließen
wir knallen. Das Pünktchen
mit
19,5 kg knapp unter
der Magischen Grenze lag
störte uns in kleinster
Weise.
Dieses
Jahr konnte ich Pünktchen
und weitere große Fische zum
2. oder sogar schon zum
dritten mal fangen. Der
Kreis schloss sich damit für
mich und es war an der Zeit
andere Schleusenabschnitte
der Mosel zu befischen. Die
Hoffnung auf weitere solche
Ausnahmefische in der Mosel
werde ich wohl nie verlieren
und die Hoffnung stirbt
bekanntlich zuletzt.
Über eine wundervolle
Frühjahrs-Session aus diesem
Jahr könnt ihr in
einer der nächsten Ausgaben
des CarphuntersMagazin
lesen. Bei dieser fing ich
auch Pünktchen
zum zweiten Mal.
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