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Nach einer langen harten
Zeit, mit viel Arbeit
und sehr wenig Zeit zum
fischen habe ich
zusammen mit Tobias
endlich den größten Teil
unserer Baustellen
abgearbeitet. Und so
beschließen wir einen 3
Tagestrip nach
Frankreich zu
unternehmen. Die
Wetterprognosen
verheißen nichts Gutes,
von Sturmwarnung lesen
wir auf diversen Wetter
Webseiten und es werden
Windgeschwindigkeiten
von mehr als 90 km/h
angekündigt. Trotz der
schlechten Aussichten
lassen wir uns nicht
davon abbringen und
können es kaum erwarten
endlich wieder an einem
See zu sitzen. Noch am
selben Abend bereitete
ich alles vor, das
gesamte Tackle wurde zum
wiederholten Male
überprüft und
nachgesehen. Nur eines
konnte mich an einer
vorzeitigen Abfahrt
abhalten, meine Freundin
;-)
Am nächsten
Morgen gegen halb sieben
steht Tobias vor meiner
Haustür, eigentlich wie
jeden Morgen nur das
unser Firmenbus heute
nicht mit Werkzeug
beladen ist sondern mit
unserem Tackle. Schnell
sind auch meine Sachen
verladen und es kann
endlich losgehen. Nach
1,5 Stunden Fahrt sind
wir endlich angekommen.
Unsere favorisierten
Plätze sind
glücklicherweise frei
und so errichten wir
unsere Camps in einem
Abstand von ca. 250m
zueinander. Die
ausgewählten Stellen
ermöglichen
unterschiedliche
Herangehensweisen.
Tobias wird versuchen,
den Karpfen in den
tieferen Stellen des
Sees auf die Schuppen zu
rücken. Ich bin mir
nicht sicher, ob die
Fische schon komplett in
den tieferen Bereichen
sind und fische daher an
einer Stelle, welche
flach ist und langsam
ins tiefere Wasser
führt. In etwa 25 Meter
Entfernung vor meinem
Ufer finde ich eine
steile Kante die
parallel zum Ufer von
1,5 auf 2,4 Metern
abfällt, genau das, was
ich gesucht habe, um die
noch flach fressenden
Karpfen noch abzufangen.
Schnell sind dort ein
paar Futterschaufeln
meiner favorisierten
Rubby-Dubby Boilies
von
Carpodrom verteilt. In
80 Metern Entfernung
entdecke ich mit der
Lotrute ein kleines
Plateau, das mir
erfolgsversprechend
erscheint. Eine
Unterbrechung der
tristen
Unterwasserlandschaft
ist meistens ein Hot
Spot, deshalb bombadiere
ich im wahrsten Sinne
des Wortes den Spot mit
ein paar
Spomb-Ladungen,
gefüllt mit ganzen
Scopa-Cabana
Boilies in verschiedenen
Durchmessern sowie
einige zerdrückte
Boilies, die noch
schneller Ihr Aroma in
der Umgebung für
Lockwirkung sorgen
sollen. Aufgrund der
nahezu perfekten
Flugbahn der Spomb, kann
ich auch in großen
Entfernungen punktgenau
ein tolles Buffet
kreieren, als ob es vor
meinen eigenen Füßen
wäre. Noch bevor wir
richtig zum gemütlichen
Teil der Session kamen,
heulte die Sounderbox
von Tobias bereits auf.
Ein Schuppenkarpfen von
38 Pfund war ein toller
Start und der Gast zur
1. Fotosession. Der
Himmel wird zieht sich
langsam zu und die Sonne
verschwindet hinter den
Wolken. Der Wind wird
stetig stärker und es
erreicht uns schließlich
eine Sturmfront mit
heftigen Windböen und
Schlagregen.
Zurückgezogen in unseren
Bivvys warten wir ab und
sind sehr gespannt auf
das weitere geschehen.
Das Wetter war schlecht
aber absolut
fangverdächtig. Die
Spannung, die in der
Luft lag, konnte fast
mit Messern geschnitten
werden und so kam es
glücklicherweise auch,
wie wir es auch erwartet
hatten. Es war kurz vor
22 Uhr als Tobias seinen
zweiten Lauf durch seine
Funkbox mitgeteilt
wurde. Die übliche
Prozedur, die wie üblich
instinktiv abläuft, nahm
seinen Lauf. Rauslaufen,
Anschlagen, Kontakt
aufnehmen,… der Fisch
kämpft, macht viel Druck
und der Drill zieht
sich. Durch den
anhaltenden Sturm und
Regen können wir uns
kaum verständigen, doch
als eingespieltes Team
bedarf es nicht vieler
Worte. Routiniert und
gelassen drillt Tobias
den Fisch aus und wir
können diesen am Ende
nach gefühlten Stunden
keschern. Der Spiegler
bringt den Zeiger der
Waage auf die 33 Pfund
Marke. Scheinbar hatte
Tobias Recht, dass die
Fische bereits tief
standen. Sollte ich
darauf reagieren, oder
sollte ich noch warten?
Das ewige Ratespiel, das
wohl jeder von Euch
kennt. Ich entschloss
mich zu warten. Doch
jetzt war erst einmal
die Trocken- und
Aufwärmphase in meinem
Zelt genießen. Doch
wurde die gerade in mir
aufsteigende Wärme
wieder unterbrochen,
diesmal sogar durch
einen heftigen Abzug auf
einer meiner Ruten.
Knapp 1 Stunde nachdem
Tobias seinen zweiten
Run hatte, zog meine
Rute an der Kante zum
Tiefen ab. Meine Freude
war groß, da auch ich
scheinbar noch Recht
behielt mit meiner
Vermutung, dass die
Fische noch ins flachere
Wasser kommen. Ohne
meine Regenjacke zu
greifen sprinte ich zur
Rute und stehe dann mit
Jogging Hose und T-Shirt
mitten im Sturm und
halte eine schön
gekrümmte Rute in der
Hand. Der Regen und der
Sturm peitschen mir ins
Gesicht. Tobias kann ich
leider nicht erreichen,
mein Handy liegt auf
meinem Bivvytable und
sein Camp ist außerhalb
der Rufweite bei dem
Wetter. Nach
geschlagenen 15 Minuten
habe ich den Fisch etwa
5 Meter vor mir. Ich
fühle dass es ein Guter
sein muss. Bei großen
Fischen merkt man keine
Hektik im Drill, große
Fische ziehen langsam
von links nach Rechts
Ihre Bahnen. Sie nutzen
Ihr volles Gewicht und
stellen sich schräg zur
Zugrichtung. Endlich
habe ich Ihn nahe genug
um einen Kescherversuch
zu starten. Es gelingt
mir auf Anhieb. Ich kann
den Kescher unter den
großen Leib des Fisches
bringen und das Netz
anheben. Ein lauter
Schrei ertönt und
verstummt sofort im
Unwetter das über mir
tobt. Als ich das erste
Mal die Kopflampe auf
den Fisch richte kann
ich es kaum glauben, ein
Full Scalled liegt auf
meiner Abhakmatte. Die
Waage lässt mich
euphorisch werden, 22
Kilo zeigt Sie mir an.
Schnell ist der Fisch
versorgt und die Rute
wieder ausgelegt. Für
eine ausschweifende
Feier fehlt mir die
Kraft. Das Wetter sorgt
dafür, dass ich mich
wieder schnellstmöglich
ins Zelt zurück ziehe.
Der Regen prasselt
unaufhörlich auf mein
Zelt, ich drehe den Kopf
zur Seite und schließe
meine Augen. So langsam
werden meine Füße wieder
warm und das nächste was
ich höre ist kurz nach
0:30 Uhr dass mein Handy
klingelt. Im Schlaf
greife ich danach und
höre nur Rauschen. „Schuppi,
19 Pfund“ höre ich und
erneut lautes Rauschen
vom Wind. Tobias hat den
nächsten Kandidaten auf
seiner Matte. Kein
Riese, aber bei dem
Wetter ist jeder Fisch
eine Bestätigung unseres
Handelns. Ich raff mich
auf,
ziehe
mich an, und
laufe zu seinem Bivvy.
Zum Aufwärmen kochen wir
uns einen Kaffee und
sitzen zusammen. Ich
berichte Tobias von
meinem Fang und wir
puschen uns gegenseitig
hoch was wohl noch so
kommen wird. Ihr kennt
es alle! 2 Dumme, 1
Gedanke, die Fangorgie
in unseren Köpfen war
unbeschreiblich –
Kopfkino…doch plötzlich
und wie immer unerwartet
schreit meine
ATT Funkbox mit voller
Kraft, der Ton, der
wahrscheinlich auch Tote
noch aufstehen läßt.
Meine Tasse viel mir aus
der Hand und ich lief
sofort zu meiner Rute.
Der Fisch nimmt völlig
unbeeindruckt Schnur von
der Rolle und so stieg
ich in mein Boot und
fuhr dem Fisch
hinterher. Nach heftiger
Gegenwehr konnte ich
irgendwann den Kescher
unter den Spiegelkarpfen
führen und realisiere
erst in diesem Moment,
was für gewichtiges
Wasserschweinchen ich da
scheinbar im Netz habe.
Am Ufer verrät mir die
Waage ein Gewicht von 21
Kilogramm. Der Spiegler
konnte meinem mühevoll
mit viel Sorgfalt
errichteten Buffet aus
dreierlei
Scopa Cabana
Boilies nicht
widerstehen und sorgte
somit für entzückende
neue Daten in meiner
Fangstatistik. Das kurze
aber überaus positive
Fazit der 1. Nacht: ein
toller Start und alle
meine Klamotten
aufgebraucht. Tobias
half mir selbstlos mit
einer Hose und einem
T-Shirt aus und wir sind
dann in unsere
Schlafsäcke gekrochen.
Doch wieder sollte das
nicht lange andauern.
Denn gegen 3:30 Uhr
vernehme ich einzelne
Signale aus meiner
Funkbox. Die Funkbox
verstummt. Ich schließe
die Augen und bevor ich
einen Gedanken an etwas
verschwenden konnte:
VOLLRUN ! Also erneut
raus in den Sturm und
den Regen. Der „gehakte“
zieht langsam seine
Bahnen, immer wieder von
links nach rechts, etwa
50m vor mir. Ich lasse
meinen Blick am Ufer
entlang schweifen und
sehe die Kopflampe von
Tobias. Auch er wohl
hält eine gekrümmte Rute
in der Hand. Kurz bevor
ich den Fisch vorm
Kescher habe legt er
noch einmal eine
kräftige Flucht hin und
reist mir noch einmal
einige Meter Schnurr von
meiner Rolle. Doch
Schließlich gelingt es
mir den Fisch zu
keschern. Ich wiege Ihn,
21 Kilo, das selben
Format wie der
vorherige, ein
wunderschönes Tier.
Diesmal wieder die Rute
an der Kante, diesmal
wieder die
glückbringenden
Rubby-Dubby´s und zwar
als Pop-Up angeboten.
Die sind neu, die habe
ich das erste Mal
eingesetzt,
Bewährungsprobe mit
Bravour bestanden. Das
war die letzte Aktion
dieser Nacht. Am
nächsten Tag, kurz vor
Mittag stößt mein Kumpel
Frank zu uns. Nachdem
ich Ihm alles erzählt
habe, übergebe ich Ihm
meinen linken Spot auf
den ich die letzten 2
Vierziger gefangen habe.
Wir befüttern den Spot
noch einmal kräftig mit
Rubby-Dubby Boilies und
legen seine Ruten darauf
ab. Auch hier kommt die
Spomb wieder zum Einsatz
und es werden zerstoßene
Boilies damit punktgenau
auf den Spot gebracht.
Eine echte
Erleichterung, ohne
Sauerei und ohne das
während des Fluges ein
Teil der Ladung
hinausfällt. Endlich mal
wieder eine richtig gute
Idee unserer
Angelindustrie ! Am
Nachmittag bekommt Frank
dann auch schon den
ersten Hub. Wenn es doch
mal immer so leicht
gehen würde! Ein 26
Pfund Spiegler leistet
uns Besuch. Ich freue
mich, dass auch er nun
Fische fängt und
überhaupt unsere
Futtertaktik Erfolge
zeigt. Wer behauptet,
die große Anzahl von
großen Fischen wäre
geplant gewesen, der
lügt und so freuen wir
uns einfach, dass wir
wahrscheinlich die Nacht
der Nächte erwischt
haben. Endlich mal wir !
Langsam trocknen meine
Klamotten über der
Zeltheizung vor sich hin
als Frank am frühen
Abend seinen nächsten
Abzug bekommt. Der Fisch
hat 36 Pfund und erweist
sich als echter
Kämpfer. Tobias fängt
über den Tag weiterhin
an seinem Spot
wunderschöne Fische
darunter einen
sagenhaften 41 Pfund
Spiegler. An diesem
Abend gehen wir alle
früh schlafen, da uns
die letzte Nacht noch
tief in den Knochen
steckt. Kurz vor
Mitternacht war es
allerdings vorbei mit
Augenpflege. Franks Rute
läuft ab, der
Rubby-Dubby
Spot hat erneut
zugeschlagen. Wir gehen
zusammen aufs Boot und
fahren dem Fisch
hinterher. Endlich sind
wir über dem Fisch, doch
dieser sitzt wie ein
Sack Beton auf dem
Gewässergrund. Frank
gewinnt langsam die
Oberhand und der Fisch
zeigt uns seine Flanke.
Als wir den Fisch sehen,
stockte uns kurz der
Atem: Er ist Schneeweiß.
Dann plötzlich eine
heftige Flucht, der
Albino kämpft und will
uns entkommen. Der Fisch
kommt wieder ans Boot,
jetzt geht alles ganz
schnell und das Keschernetz umschließt
das Prachtexemplar! Die
Kombination von einem
18mm
Rubby-Dubby Boilie
und einem
White Octopus
Pop-Up bescherten Frank
an diesem Gewässer einen
neuen Personalbest von
21,5 Kilogramm und ist
ab sofort wahrscheinlich
einer seiner
Lieblingsköder. Tobias
hat auch an diesem
Morgen wieder Fische
vorzuweisen darunter ein
schöner Schuppi von 19
Pfund. Mitten im Abbau
läuft meine rechte Rute
erneut ab und ich kann
einen 21 Pfund Spiegler
sicher landen. Wir haben
an diesem schönen
Gewässer nun eine
komplette Saison
gefischt. Haben Anfangs
schwere Rückschläge
einkassieren müssen.
Doch wir blieben immer
am Ball und ließen nicht
locker. Nun bei der
letzten Session in
diesem Jahr haben wir
alles Richtig gemacht,
waren zur richtigen Zeit
am richtigen Ort und
konnten viele schöne
Fische überlisten. Das
ist der Lohn für unsere
Mühen, die vielen
gefahrenen Kilometer und
Zeit die wir investiert
haben.
Es war das letzte
Nachtfischen in
diesem Jahr und somit
heißt es wie so oft:
DAS BESTE KOMMT
ZUM SCHLUSS !
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