DOMINIK WEBER: DEM WINTER
DAVON |
DOMINIK - dem Winter davon ... CASSIEN
2010 (Februar-März 2010)
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Ein eisiger Wind weht durch
die Straßen, ich ziehe meine
Wollmütze erneut über die
Ohren und stelle meinen
Kragen meiner dick
gepolsterten Winterjacke
auf. Was für ein Winter.
Überall Schnee und Eis, alle
Gewässer sind zugefroren und
ich laufe hier wie ein
Heimatloser durch die
Innenstadt. Die letzte
Session liegt schon Wochen
zurück. Warum war ich noch
mal hier ? Es fällt mir
wieder ein als ich am
Schaufenster eines Juweliers
vorbei laufe, ein Geschenk
fehlt mir noch für den
morgigen Weihnachtsabend.
Also versuche ich zumindest
kurzzeitig meine Gedanken
auf das Weihnachtsfest zu
lenken, doch einfach ist das
nicht. Wenige Tage später,
nach dem Weihnachtstrubel
fasse ich einen Entschluss:
Ich muss ans Wasser,
und das so schnell wie
möglich.
Draußen höre ich Böller und
Raketen, gemütlich sitze ich
auf meiner Couch, meine
liebste im Arm und denke an
das nun direkt bevorstehende
freudige Ereignis. In dieser
Silvesternacht werde ich
nicht wie alle anderen das
neue Jahr mit Feier
beginnen, sondern mit einem
schrillen Ton aus meiner
Funkbox ! Die 1. Session für
2010 sollte direkt am 01.
Januar sein. Direkt am
frühen morgen belud ich mein
Auto und fuhr an den See.
Die Straßen waren teils
Spiegelglatt durch den
leichten Regen der
Silvesternacht und es war
sehr gespenstig. Überall sah
man die Reste von Böllern,
Raketen und Sektflaschen.
Kein Mensch ist unterwegs,
nur ich. Am See angekommen,
ging alles sehr rasch,
routinemäßig wurde alles
aufgebaut und die Ruten zum
Fang präpariert. In der
darauffolgenden Nacht lag
ich wach auf meiner Liege,
die Anspannung war groß,
doch innerlich fühlte ich
mich auch sehr entspannt,
lag ich doch endlich wieder
am See und konnte meine
„Sucht“ befriedigen.
Zufrieden mit Gott und der Welt
wurden meine Augen schwer
und anscheinend kurz bevor
ich einschlief ertönte ein
Signal welches mir direkt
Gänsehaut verschaffte. Mein
V2 Receiver schrie,
vibrierend auf dem Bivvytable klapperte mein
Handy und der Autoschlüssel
und eine Blaue Diode
erleuchtete meine Zelt: BISS
!
Sofort war ich zur Stelle
und bemerkte direkt wie
eisig kalt es war, als ich in
meiner Jogginghose und
T-Shirt die Rute vom Pod
nahm und der Drill losging.
Nach kurzer Zeit konnte ich
den 1. Fisch direkt bei
meiner 1. Session im Jahr
keschern. Wie ein kleiner
Junge freute ich mich über
den „Jungspund“ von Schuppi
welcher meinem
Fruit-Punch Boilie mit einem
weissen
Pop-Up nicht widerstehen
konnte. Erleichtert und
zufrieden über den Erfolg
legte ich mich wieder auf
die Liege. Irgendwann im
Morgengrauen, war es wieder
da, dieses Geräusch des
Funkreceivers mit hellen
Tönen und dem geklapperte
meines Autoschlüssels durch
die Vibration vom Bivvytable.
Doch es sollte kein Fisch
sein welcher das Signal
auslöste. Es war der Winter.
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Bedingt durch einen
Temperaturabfall von etwa 5
Grad fing der See an langsam
zuzufrieren. Der eisige und
starke Wind tat sein übriges
und so war für mich klar,
ich muss die Session
abbrechen. Wenn sich weiter
Eis bildet sind die Schnüre
nicht mehr freizubekommen.
Als ich die 2. Rute
eingeholt hatte und diese
auf dem Pod lag, ging ich
zurück ins Zelt, rief Tobias
an und ohne ein „Hallo“ oder
„Guten Morgen“ sagte ich
gerade heraus: „Ich fahr an
den Cassien, kommst Du mit
?“. Kurze Stille am Ende der
anderen Leitung. „jo, klar“,
entgegnete Tobias. „Geil,
tschüss, ich melde mich“.
Das war auch schon alles.
Ich lies den Moment kurz
sacken und packte mein
Tackle zusammen. Die Tage
danach holten wir alle
erdenklichen Information
über den Cassien ein. Foren,
Blogs, Zeitschriften,
Bekannte und Freunde wurden
regelrecht ausgequetscht auf
der Suche nach allen
erdenklichen Informationen.
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(Tobias, ich,
15cm Schnee und ein Auto
mit gutem Stauraum)
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Die Zeit bis unserem
Abfahrtstermin verging wie im
Flug, und am Abend des 16.
Februars lag viel Schnee auf den
Straßen. Tobias fährt vor,
steigt aus und begrüßt mich sehr
euphorisch. Ohne Zeit zu
verlieren packen wir mein Tackle
in seinen Transporter, ich
verabschiede mich von meiner
Freundin und so ging es auch
schon kurz vor 23:00 Uhr in
Richtung Autobahn. Nach dem
Ortsschild zeigt das Navi gute
1000km Wegstrecke an. Unser Plan
ist es nur mit Pinkelpausen die
gesamte Strecke durchzufahren.
Mehrere male wechseln wir uns ab
und nach der durchgefahrenen
Nacht und etwa 200km vor dem
Ziel sprechen wir das 1. Mal
darüber, wie Weit es doch von Zu
Hause weg ist.
Langsam wird es hell und
die Landschaft sowie
vereinzelte Häuser
tauchen neben der
Autobahn auf. Kein
Schnee, das Thermometer
zeigt 7 Grad und das
triste Deutschland gerät
langsam in Vergessenheit
und die steigende
Vorfreude auf den 1.
Blick auf den See lässt
uns munter werden und
die Müdigkeit vergessen.
Meine Aufzeichnungen und
Notizen über den Trip
verraten mir, dass es
wohl so gegen
09:15 Uhr war, als wir
die Brücke zum Cassien
überfahren. Wir sind
überwältigt von diesem
Anblick. Das tief dunkel
blaue Wasser strahlt etwas
Mystisches, etwas
unbeschreibliches aus.
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Wir halten auf dem
Brückenparkplatz und
fallen uns erst einmal
in die Arme,
Glücksschreie
durchbrechen die Stille
des Morgens. Wir lassen
die Eindrücke sacken und entschliessen uns, uns
nach den Karten
umzusehen. Leider sind
zu dieser Jahreszeit
noch alle Bootshäuser
geschlossen bzw. haben
nur in den Abendstunden
geöffnet. Zum Glück finden wir
einen kleinen Angelshop
in einer Nahe gelegenen
Ortschaft und können
dort die Karten
erwerben. Wir fahren
zurück zum See, die
Straße am Nordarm
entlang bis wir den
Rotkelchenplatz sehen
können. Doch unsere Tour
sollte an der 3.
Nordarmspitze beginnen.
Am Brückenparkplatz
wieder angekommen, bauen
wir unsere Boote auf,
laden unser Tackle ein
und machen uns auf den
Weg in Richtung Nordarm.
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Langsam fängt es an zu
Regnen, der Himmel wird
dunkler und das Wetter
schlägt um. Also nichts
wie volle Kraft Richtung
3. Nordarm Spitze. Von
dem Regen mittlerweile
gut durchnässt,
erblicken wir den von
uns favorisierten Platz,
langsam kommen wir näher
und entdecken dann ein
Zelt. Tobias macht den
Motor aus und schaut
mich an. „Los, ab in den Westarm“, sagte ich und
wischte mir den Regen
aus dem Gesicht. Kurz
vor Mittag
erreichten wir „Petite
lie“ im Westarm.
Wir und unser Tackle
sind zu diesem Zeitpunkt
mehr als klitsch nass
und so bauten wir rasch
unsere Bivvys auf und
brachten das Tackle erst
einmal ins Trockene.
Nach über 10 Stunden
Fahrt und mehr als 24
Stunden auf den Beinen
werden die Ruten
beködert und einfach
Richtung Horizont
gefeuert, für mehr haben
wir keine Kraft mehr.
Ich schreibe noch
schnell einige Notizen
auf und möchte Euch die
nun folgenden Tage und
Erlebnisse aus meinem
Cassien-Tagebuch
mitteilen:
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Donnerstag
18.02.2010
Am nächsten Morgen nach
einem guten Kaffee holen
wir die Ruten ein,
beködern neu und begeben
uns auf Spodsuche. Links
von unserem Platz finden
wir eine Kante welche
von 9m teilweise bis auf
23m abfällt.
Ich bin
überzeugt, einen guten
Spod gefunden zu haben
und so lege ich hier
meine 4 Ruten in
verschiedenen Tiefen ab.
Die Ruten von Tobias
legten wir in eine Bucht
denn auf diese trafen
schon morgens die ersten
wärmenden Sonnenstrahlen.
Am Nachmittag gehe ich
noch einmal mit dem Boot
und Echolot auf
Spotsuche. Dabei
entdecke ich eine Person
die vom Boot aus Drillt.
Ich wende, um mir das
Spektakel von näherem zu
betrachten. Leider zieht
der Angler einen Brassen
aus der Tiefe des Sees
herauf. Nach einem
kurzem Small Talk stellt
sich heraus das es ein
Augsburger ist, sein
Name ist Christopher. Er
sitzt mit seinem Freund
Holger auf Mathilde.
Nach 1,5 Wochen fischen
haben Sie 2 Karpfen und
einen Wels verloren und
mehrere Brassen
gefangen. Nicht die
besten Aussichten für
unseren Trip.
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Am Abend meldet sich
meine linke Rute mit ein
paar vereinzelten
Piepser. Sollte das der
1. Cassien Karpfen sein
? Ich stehe neben dem
Pod und starre zwischen
Rolle und Bissanzeiger
hin und her. Los ! Denke
ich. Beiss schon ! Und
dann, direkt als der
Bissanzeiger das nächste
Mal tönt, nehme ich die
Rute in die Hand,
Anhieb. Ich merke
schnell das es sich um
einen kleinen Fisch
handelt. Eine Rotfeder
hat sich an meinem Pop-Up
vergriffen. Kurze Zeit
später landet Tobias 2
Brassen aus der Bucht.
In der Nacht werden wir
durch einen heftigen
Sturm geweckt. Die Boote
werden durch die Wellen
immer wieder an das
harte Ufer gedrückt. Im
strömenden Regen holen
wir die Boote aus dem
Wasser um schlimmeres zu
verhindern. Die Bivvys
spannen wir mit
zusätzlichen Leinen ab
so stark ist der Sturm
der über uns tobt. 150
Stundenkilometer waren
die Böen stark wie wir
später im Radio
erfahren. Eine wahre
Taufe für uns Neulinge
an diesem Gewässer.
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Freitag
19.02.2010
An diesem Morgen gegen
11:00 Uhr besserte sich
das Wetter etwas, also
kümmern wir uns jetzt
erst einmal um unsere
Ruten. Wir finden noch
ein Plateau welches wir
an den beiden unteren
Kanten auf etwa 9 Metern
Tiefe mit 2 Montagen
bestücken. Beim
Ausfahren der Ruten
erkunden wir das Ufer
zur rechten Seite von
uns. Dort hat sich
allerlei "Strandgut"
angesammelt der Mistral
hat dort alles angespült
was nicht Niet und
Nagelfest war. Unter
anderem finden wir eine
Packung Boilies und 2
kleine Boiliesäcke. Wir
legen 2 von Tobias Ruten
in diesem Uferbereich ab
weil dort vermuten dass
dort sehr viel
natürliche Nahrung
angeschwemmt worden sein
muss. Leider haben wir
an diesem Tag keinen Hub
mehr zu verzeichnen uns
so lassen wir den Abend
mit einem gemütlichen
Abendessen ausklingen.
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Samstag
20.02.2010
Kurz nach dem
Mittagessen entschließe
ich mich trotz stärker
werdenden Sturmes eine
Rute nach der Kante auf
25 Metern Tiefe
abzulegen. Dabei
entdecke ich wie vom
Westarm heraus ein
weises Schlauchboot
angetrieben kommt. Ich
denke schon das
schlimmste, und schau
mich überall nach
jemanden um der im
Wasser schwimmt. Doch
ich kann nichts
entdecken. Ich versuche
sofort das Boot
irgendwie abzufangen
doch so weiter ich nach
draussen komme, desto
größer werden die
Wellen. Tobias erkennt
sofort mein Vorhaben und
springt in sein Boot um
mir zu helfen. Jedoch
sind mir die Wellen und
der Wind zu heftig und
somit drehe ich um. Mein
Rhino kämpft sich Meter
für Meter zurück zu
Petit lies. Ich schreie
Tobias entgegen das er
nicht rauskommen soll da
seine Batterie schon
schwach ist und sein
Motor weniger Power hat
als meiner, doch er
kann mich nicht
hören und fährt einen
großen Bogen, um das
treibende Schlauchboot
abzufangen.
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(das
„eingefangene“ Boot
wieder
einsatzbereit)
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Tobias bekommt das Boot
zu fassen und ist
mittlerweile schon bis
zur Hälfte der Brücke
abgetrieben. Mühseelig
kämpft er sich in Höhe
der Brücke an unser
Ufer. Derweilen stehe
ich mit Holger in
ständigem Kontakt. Er
möchte das Boot an Le
Lac abfangen und möchte
dass ich Tobias anrufe
um Ihm mitzuteilen das
er und die Boote an Lac
Ler abgeholt werden.
Doch Tobias kein Handy
dabei. Ich steige also
wieder in mein Mission
Craft, klemme eine neue
155 ah an und fahre
wieder auf den See
heraus, endlich bei Ihm
angekommen und
erleichtert dass alles
gut ging hänge ich Ihn
an und wir fahren
gemeinsam zurück zum
Camp. Dort angekommen
müssen wir das erlebte
erstmal sacken lassen.
Nach kurzem Telefonat
mit Holger kommt nach
einiger Zeit der
Besitzer des weisen
Zodiac, ein Engländer
welcher auf
Kevin Alice
fischt vorbei. Sein Name
ist John, Er erzählt das
sein
Boot von einer
Wind Böe hochgehoben
wurde, sich überschlug
du dann auf seinem Solar
World Wide Pod landete.
Dieses hat sich in alle
Richtungen verbogen und
alle Ruten wurden
herausgerissen. 1 Rute
verfing sich im Boot und
wurde mitgeschleift.
Leider war die Rute als
Tobias das Boot
erreichte nicht mehr an
Bord und somit auf dem
Grund des Cassiens im
Westarm versenkt, und
das alles 1 Tag bevor
der Engländer abreisen
wollte. Zu dem sei
gesagt das er seid
November 2009 am Cassien
war. Soviel zu "der
Cassien hasst Dich oder
er liebt Dich".
Mir egal ich fahre
tiefer in den Nordarm
hinein. Beeindruckt von
der Kulisse erreiche ich
die Kurve zu Barrage.
Dort sieht es herrlich
und sehr Karpfen
verdächtig aus. Das
Wasser dort ist sehr
ruhig, aber auch knapp 40
Meter tief.
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(moven, moven,
moven, und dabei immer ...

ein Auge auf dem
Echolot)

(Blick übers Pod zum
Spod) |
Sonntag
21.02.2010
Es ist kurz nach Mittag
und unsere Bissanzeiger
schweigen immer noch. Es
ist Zeit einen neuen
Platz aufzusuchen.
Kurzerhand packe ich
einige Sachen zusammen
und Fahre los, um den
Nord und Südarm zu
erkunden. Kaum bin ich
auf dem Wasser sehe ich
John Richtung Brücke
Moven. Holger fährt mit
seinem Boot hinter Ihm.
Also fahre ich auch
Richtung Brücke um John
eine gute Heimreise zu
wünschen. Dort
angekommen treffe ich
auf den Partner des
Engländers der schon in
der Sonne sitzend mit
seinem Tackle auf dem
Brückenparkplatz wartet
und wie sollte es auch
anders sein, ein Bier
trinkt. Die beiden
möchten abreisen. Nach
über 3 Monaten am
Cassien haben sie
zusammen nicht mehr als
10 Fische gefangen. Ich
helfe noch John sein
Tackle auszuladen,
verabschiede mich und
mache mich weiter auf
meinen Erkundungstrip.
John ruft mir noch nach
das ich dort fischen
sollte wo lange kein
anderer gefischt hat.
Ich fahre also unter der
Brücke durch in den
Nordarm um mich dort
umzusehen. Vor der 3.
Nordarmspitze treffe ich
auf insgesamt 3 Boote. 1
Boot gehört 2 Deutschen
die von Münster kommen
und seit Donnerstag an
der 3. Nordarmspitze
fischen. Leider wussten
sie nicht dass der Platz
schon am Mittwoch von
jemand anderem befischt
wurde. Die anderen
beiden Boote gehören
auch 2 Landsmänner die
gerade vom Rotkehlchen
Platz kommen. Sie haben
dort einen Fisch mit 31
Pfund landen können. Sie
sind leider sehr kurz
angebunden und schimpfen
über die schlechten
Bedingungen, das
wechselhafte Wetter und
die niedrigen
Temperaturen. Sie
möchten an einen anderen
See ganz in der Nähe.
Die beiden aus Münster
haben jede Menge Brassen
gefangen und einen Wels
verloren. Tolle
Aussichten im Nordarm.
Ich lege am Sonnenplatz an und genieße für 5 Minuten
dieses Ambiente in
absoluter Stille. Ich
greife nach meinem Handy
und informiere Tobias.
Die Entscheidung steht,
wir werden moven. Bis
ich zurück am Camp bin
hat Tobias schon einen
Großteil das Tackles
zusammen gebaut. Wir
beladen kurze Zeit
später die Boote und
fahren los und erreichen
am Abend den
Sonnenplatz. Als erstes
legen wir unsere Ruten
aus um dann das Camp zu
errichten. Tobias fischt
nach Rechts auf Table zu
und ich nach links an
die Kette vom Barrage.
Nach diesem
ereignisreichen Tag
schlafen ziehen wir uns
schon früh auf unsere
Liegen zurück.
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Montag 22.02.2010
Montag Morgen, Tobias Bissanzeiger gibt Töne von
sich.......Langsam
entsteht ein Dauerton.
Wie aus der Pistole
geschossen schlägt er
an. Sekunden später sind
wir im Boot und fahren
über den Fisch. Tobias
Rute verneigt sich bis
zum Handteil, wir könne
kaum atmen vor
Aufregung. Das Boot
dreht sich durch den
Fisch nach rechts.
Plötzlich schnellt die
Rutenspitze nach oben.
Tobias kurbelt doch der
Kontakt zum Fisch ist
weg. Er setzt sich und
wir beide sind wie
eingefroren, keiner sagt
was. 5 Sekunden später
ertönt ein lauter schrei
über den Cassien den man
bestimmt noch am Ende
des Südarms hören konnte
"Schei...." Ich beruhige
Ihn und wir fahren
zurück. Am Ufer
angekommen beködert
Tobias sofort wieder
seine Rute und wir legen
Sie wieder genau auf den
alten Spod. Nach dem
Mittagessen fahre ich
erneut auf Spodsuche,
ich werde unruhig und
kann es nicht mehr
erwarten endlich einen
Fisch zu keschern. Die
Kette welche das
Schongebiet vor der
Barrage markiert sieht
mir sehr interessant
aus. Auf der linken
Seite fällt das Ufer
sehr steil auf bis zu 40
Metern ab. Ziemlich nah
am Ufer finde ich einen
riesigen Stein der noch
gerade so im Sonnenlicht
mit der Poolbrille zu
erkennen ist. Die Fische
die aus dem Schongebiet
kommen müssen, so glaube
ich an diesem Eck vorbei
um in den Nordarm zu
ziehen. Also verteile
ich eine Handvoll
Fruit
Punch sowie
Scopa Cabana
Boilies auf diesem
großen Stein, die
restlichen verteile ich
die Kante hinunter bis
zur Mitte hin auf etwa
23 Meter Tiefe. Meine
Montagen bestehen aus
gemahlenen Boilies,
gepresst in PVA., am
Haar biete ich beide
Geschmacksrichtungen als
Schneemann an. Mit
dieser Kombi habe ich
den 1. Fisch dieses
Jahres gefangen und
damit will ich nun auch
den 1. Cassienfisch
überlisten. In
verschiedenen Tiefen
abgelegte Rig`s sollten
nun zum Erfolg führen.
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(links: meine
Köderkombination an Land, rechts am Spod)
Der restliche Abend verläuft leider ohne Hub. Jedoch
verbessert sich das
Wetter immer mehr und
wir sitzen am Abend in
kurzen Hosen vor unseren
Bivvys.
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Dienstag 23.02.2010
Um 5:30 ertönt mein Wecker, ich schaue nach draußen und
in der Morgen Dämmerung
erkenne ich das es sehr
Neblig ist. Wieder kein
Fisch diese Nacht,
enttäuscht drehe ich
mich noch einmal kurz um
und eine gefühlte Halbe
Stunde später wird es
langsam hell und man
sieht keine 2 Meter weit
so dicht ist der Nebel.
Am Abend zuvor sind
unsere Handy Akkus
leider Zuneige gegangen
und unsere
Bootsbatterien machen
langsam aber sicher die
Nasen lang. Ich brach
dann auf um zu Lac Ler
zum Batterien aufladen
und danach zum Einkaufen
zu fahren. Dies kostet
dort pro Batterie 2 € ,
ein super Service und
Preis wie ich finde. Auf
dem Weg zum Einkaufen
nehme ich noch Holger
mit, der auch grade zum
Einkaufen wollte. Holger
zeigt mir bei dieser
Gelegenheit wo man was
am Cassien bekommt. Am
Nachmittag zieht sich
der Himmel wieder
langsam zu und eine
dunkle Regenfront zieht
über den Cassien.
Schnell laden wir den
Einkauf aus und ziehen
uns in mein Bivvy
zurück. Gegen 22:00 Uhr
beginnt Tobias
Bissanzeiger langsam
Töne von sich zu geben.
Tobias schlägt an und
hat sofort Kontakt zum
Fisch. Zu dieser Zeit
bin ich schon im Boot
und habe den Motor
angemacht. Sekunden
später fahren wir dem
Fisch entgegen. An
dieser Kante wo Tobias
fischte ist es ca. 16
Meter tief. Tobias
drillt von der Spitze
meines Bootes, erkennt
aber schnell das, dass
kein großer Fisch sein
kann. Nach 3 Minuten
kommt eine große Brasse
aus der Pech schwarzen
Tiefe zum Vorschein.
Enttäuscht fahren wir
zurück und legen wieder
erneut dort ab.
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Mittwoch 24.02.2010
An diesem Morgen Frühstücken wir erst einmal ausgiebig,
der Einkauf hat sich
gelohnt. Schade dass wir
in Deutschland nicht
solche Baguetts und Käse
haben wie in
Südfrankreich. Das
Wetter hat sich wieder
gebessert die Sonne
blitz durch den leicht
bewölkten Himmel, wir
kontrollieren die Ruten
und legen sie wieder
genau auf die selben
Spods. Chris ruft an
dass im Südarm 2
Österreicher in der
letzten Nacht einen 20
Pfünder gelandet hätten.
Tobias und ich
entscheiden uns erst
noch einen Tag und eine
Nacht abzuwarten bevor
wir an Neue Ufer
aufbrechen würden.
Leider vergeht der Tag
wieder ohne Hub und so
beschließen wir spät am
Abend uns zu trennen um
getrennt voneinander
nach den Fischen zu
suchen.
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Donnerstag 25.02.2010
Nach einer leider sehr ruhigen Nacht meldet sich Chris,
er hat in der Nacht
einen 10 Pfünder und
einen 38 Pfünder
gefangen. Holger hat
einen 15 Pfünder
gefangen und einen
weiteren Fisch verloren.
Somit ist unsere
Entscheidung noch mehr
gestärkt und so packen
wir um 9:00 Uhr unser
Tackle zusammen und
fahren in den Nordarm.
Zu unserem erstaunen ist
zwischen der 3. und der
4. Nordarm spitze ein
großes Camp aufgebaut 5
Bivvies stehen dort, 3
Boote und Ruten in alle
Richtungen sind
ausgelegt. Tobias
entscheidet sich es an
der Brücke zu versuchen.
Wir verabschieden uns
und ich fahre weiter in
den Westarm. Ich will
rechts neben der
Ruderschule aufbauen, 3
Nächte möchte ich dort
fischen um zu sehen was
passiert. Schnell ist
alles aufgebaut und ich
lege sorgsam Rute für
Rute ab. Ich fische 2
nach links ans Ufer und
2 leicht schräg nach
rechts in 5 und 8,5
Metern Tiefe. Am Abend
fahre ich mit Chris zu
Holger und feiern die
Deutsche Übernahme von
Kevin Ellis und der
Ruderschule. Der Cassien
ist in Deutscher Hand
;-)
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Freitag 26.02.2010
Die Nacht verlief leider wieder zu ruhig. Chris und ich
beködern unsere Ruten
neu, er zeigt mir bei
der Gelegenheit wo die
"Hot Spods" von Kevin
Ellis sind und wie man
Sie befischt, was ich
als sehr
freundschaftlich
empfand. Vielen Dank an
dieser Stelle für den
Einblick den er mir
gewährte. Den Nachmittag
verbringen wir bei mir
am Camp, jedoch ohne
nennenswerten Aktionen
verbuchen zu können.
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Samstag 27.02.2010
Am Morgen liegt wieder Nebel über dem Cassien, die Luft
knistert, man sieht
Hechte Rauben und ich
erwarte sehr
zuversichtlich jeden
Moment einen Biss. Es
fühlte sich an als würde
Aktion in der Luft
liegen. Bis kurz vor
Mittag verharre ich auf
meinem Chair vorm Bivvy
und beobachte mit meinem
Fernglas die
Wasseroberfläche nach
rollenden Karpfen. Chris
sitzt neben mir und
genießt diese
Atemberaubende Spannung
das jeden Moment eine
Rute ablaufen kann.
Jedoch geschieht nichts.
Nach dem Mittagessen
muss Chris einige
Besorgungen machen. Er
zeigt mir American Beach
und 2 kleine Brücken im
Hintersten Eck vom
Westarm. Dort sehen wir
im Karpfen, viele
Karpfen die sich dort in
der Sonne baden. Ein
Mega Anblick. Zurück im
Camp klingelt plötzlich
mein Handy, es ist
Tobias, er fragt mich ob
ich kommen könnte um
Bilder zu machen.
Ich kann es erst nicht glauben, doch in solchen Sachen
scherzt Tobias
eigentlich nicht.
Er
schätzt den Fisch auf
über 25 kg. Chris und
ich sind komplett aus
dem Häuschen. Wir machen
uns sofort auf ans
andere Ufer
wo uns Tobias 5
Minuten später abholt.
Er steht total neben
sich und realisiert erst
gar nicht was da eben
geschehen ist. Am
Brückenplatz angekommen
kümmern wir uns direkt
um den Fisch. Als wir
den Fisch wiegen bleibt
die Waage bei 27,5kg
stehen. Chris vermutet,
dass es sich um
Bernadette handeln
könnte. Nach der Foto
Session sehen wir uns
ein Video auf dem Handy
von Chris an. Die Fische
sehen sich sehr ähnlich,
jedoch irritiert uns das
"niedrige" Gewicht.
Sofort werden
Nachrichten und Anrufe
getätigt, Torsten habe
ich gerade zu Hause
überrascht mit der
freudigen Nachricht: 1.
Fisch – ein wahrhaft
guter Fang ! Langsam
realisiert auch Tobias
was für einen Fisch er
gefangen hat und das
auch noch zum Einstand
an diesem Gewässer.
Bernadette Biss am Rande
des Brückenplateau auf
einen
Sea-Fruit Boilie
von Carpodrom. An dem
Hakenköder selbst sorgte
ein
gelbes Maisimitat
von Enterprise Tackle
für zusätzliche
Aufmerksamkeit und dies
wie man sehen konnte mit
Erfolg ! Die
Futterstrategie von
Tobias war die gleiche
wie ich sie auch
angewendet hatte, wenige
Boilies, visuelle
Effekte am Hakenköder,
die Neugier des Fisches
wecken und zum Biss
anregen.
|

(überlisteter Carp mit
27,5kg, ist es
"Bernadette" ?) |
die
„Fangmontage“ von Tobias
...

...
ein
Sea-Fruit Boilie
von
Carpodrom und ein
gelbes
Maisimitat von
Enterprise Tackle |
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Sonntag 28.02.2010
Am nächsten Morgen kommen Freunde von Chris und Holger
an, welche Kevin Ellis
für die nächsten 10
Wochen übernehmen. Chris
macht für die beiden
Kevin Ellis frei und
fischt mit mir zusammen
auf dem Prix Platz gegen
über der Brücke.
Vielleicht können wir in
den letzten Tagen dort
noch einen Fisch
abpassen. Bestärkt von
Tobias Erfolg bliebt ich
bei meiner
Futterstrategie und
blieb zuversichtlich.
Wir entscheiden uns mit
6 Ruten die Kante, die
links von unserem Ufer
in Richtung Brücke
verläuft mit unseren
Rigs zu bestücken. Wir
beginnen bei 3,5 Metern
und verteilen unsere
Ruten bis auf 10,5
Metern. 2 Ruten ziehen
wir an unser linkes
Ufer. Am Abend besucht
uns noch Tobias, und wir
lassen gemeinsam
den Samstag noch einmal
Revue passieren und
genießen die abendliche
Stimmung am Cassien.
|
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Montag 01.03.2010
Leider haben wir an diesem Tag schon morgens aus
Deutschland einen Anruf
mit einer wenig
erfreulichen Nachricht
erhalten. Aus
beruflichen Gründen
müssen wir dringend
zurück in die Heimat.
Wir müssen unseren
Cassien Trip frühzeitig
abrechen ! Tobias nimmt
die Nachricht
verständlicher weise
auch nicht mit
Begeisterung auf. Da
auch Er noch auf einen
Fisch für mich gehofft
hat. Wir entscheiden uns
also am nächsten Morgen
zusammen mit Chris und
Holger abzureisen.
Sofort benachrichtige
ich die Heimat.
Begeisterung kommt auch
hier nicht zurück, wir
fahren 3 Tage früher als
geplant zurück. Bis auf
die Freundin die sich
natürlich riesig freut.
Super..... Ich setzte
alles auf die letzte
Nacht, die Hoffnung
stirbt zu letzt, wie man
sagt. Am letzten Abend
bereiten Chris und ich
uns zum Abschied ein
herrliches Chilli zu
welches sich auf dem Weg
nach Hause als zu scharf
erweisen sollte.
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Dienstag 02.03.2010
Gegen 6:00 Uhr stehen Chris und ich nebeneinander und
beobachten zum letzten
Mal den erwachenden
Cassien. Einmalig ist
diese Stimmung wenn der
Nebel sich langsam
lichtet und man erblickt
die Wasserfläche die vor
einem liegt, man
realisiert dann wieder
wo man eigentlich ist.
Am legendären Lac de
Saint Cassien, man
erinnert sich an die
Mühen die man sich
gemacht hat um an diesem
Gewässer zu fischen,
hunderte Kilometer ist
man gefahren und man
trotzte Regen und Sturm.
Es ist ein Gewässer das
mehr zu bieten hat als
Große Karpfen. Es ist
ein unbeschreibliches
Gefühl das dieses
Gewässer ausstrahlt. Der
Mythos den man spürt
wenn man wie wir zum
ersten Mal dieses
herrliche Karpfen Mekka
befischt. Hunderte haben
hier Ihr Glück schon vor
uns versucht, mache sehr
erfolgreich manche
weniger.
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Um 7:30 Uhr hieß es Aufbruch. Wir beginnen unser Tackle
zusammen zu packen. Erst
ganz zum Schluss holen
wir die Ruten ein, fast
schon in Zeitlupe um
vielleicht doch noch in
aller letzter Minute
einen Fisch zu landen.
Doch es sollte nicht
sein. Wir beladen die
Boote und setzen zu
Tobias über. Er hat
schon meine Ankunft
vorbereitet und hilft
mir mein Tackle im Wagen
zu verstauen. Kurz vor
10 Uhr haben wir alles
verladen und sind bereit
diesen wunderschönen Ort
zu verlassen. Leider
konnte ich dem Cassien
keines seiner
Geheimnisse entlocken.
Alle versuche schlugen
fehl. Ein letztes Mal
laufe ich zum Ufer,
tauche meine Hände in
das Glasklare Wasser und
verabschiede mich
innerlich von diesem
See. Eines steht jedoch
fest. Uns hat der Lac de
Saint Cassien in seinen
Bann gezogen. Die Mühen
die wir aufgebracht
haben wurden trotz
weniger Fische mehr als
belohnt. Denn dieses
Erlebnis mit meinem
besten Freund werde ich
nie vergessen und für
kurze Zeit konnten wir
dem Winter in
Deutschland entfliehen
und uns ganz unserer
Leidenschaft widmen. Wir
waren noch keine 10km
gefahren als Tobias
sagte: „Wann fahren wir
eigentlich wieder hier
her ?“, ich grinste und
sagte: „Hoffentlich bald
mein Freund, hoffentlich
bald !“
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Im Nachhinein haben wir natürlich nach Bildern von
Bernadette gesucht und
festgestellt dass es
sich nicht um den
bekannten Fisch
handelte. Unserer Freude
über den Fang tat das
keinen Abbruch. Ganz im
Gegenteil, der Fisch
scheint noch viel Luft
nach oben zu haben und
wenn jemand Fangfotos
von dem selbigen hat,
würden wir uns über ein
Foto mit Gewichtsangabe
sehr freuen.
DOMINIK WEBER
TEAM-PFALZCARP |
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