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Marc Scheuer: Die richtige Wahl
(Sommer 2010)
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Ich
wollte mal wieder ein
Wochenende ans Wasser,
machte aber meine
Entscheidung vom Spiel der
Deutschen Nationalmannschaft
im Halbfinale gegen Spanien
abhängig. Der Ausgang des
Spiels begeisterte mich in
zweierlei Hinsicht nicht
wirklich. Erstens hätte ich
unsere „Jogi-Elf“ lieber im
Finale gesehen, zum Anderen
hätten sie dann erst
Sonntags gespielt, was
besser für die Session
gewesen wäre, da ich eh nur
bis Sonntagsmorgens gehen
konnte wegen meiner Arbeit.
Mittwochsmorgens gegen 10
Uhr rief ich bei Lucas,
einem Jung-Karpfen-Angler
aus unserem Verein, an und
erzählte ihm von meinem
Vorhaben das Wochenende am
Wasser zu verbringen.
Natürlich musste ich kein
zweites Mal fragen, ob er
Lust hätte mit zukommen.
Donnerstagsmorgen, als dann
feststand, dass „unsere
Jungs“ schon Samstag spielen
würden, telefonierte ich
erneut mit Lucas wegen dem
genauen Ablaufplan unseres
WE-Trips. Wir beschlossen
Freitagsnachmittags zu
starten und Samstagsabends
fürs Spiel wieder zu Hause
zu sein.
Abends
ging ich dann raus zum
füttern. Ich legte einen
Futterplatz ca.2m vom Ufer
im knapp 2,5m tiefen Wasser
an. Darauf wollte ich mit 2
Ruten fischen, die Erste mit
einem Single-Hookbait und
die Zweite mit einem Single
und einem Maiskorn Imitat
der Firma Enterprise. Als
Boilies vertraute ich den
Oriental Flash von Carpodrom.
Meinen zweiten Futterplatz
erzeugte ich kurz vor einem
Schongebiet, da ich dachte,
dass dort die Fische vorbei
ziehen würden. Ein Teppich
aus Fruit Punch Boilies,
ebenfalls von Carpodrom,
sollte die Fische anlocken.
Darauf würde ich meine
dritte und letzte Rute mit
einer Snowman-Montage
fischen. Lucas Hot-Spot
befand sich ca.30m Richtung
Seemitte, bei einer Tiefe
von ca. 1.6m. Wiederum
Carpodom Boilies, diesmal
aber Purple Haze sollte hier
die Bissanzeiger zum Piepsen
bringen.
So der
Plan.
Freitags
nach meiner Frühschicht ging
es dann ans packen. Mein
Kombi war mal wieder bis
unters Dach gefüllt. Gegen
15:30 Uhr ging es dann
endlich Richtung See. In
diesen 20 min Autofahrt,
gingen mir wieder die
typischen Fragen, die ihr
wahrscheinlich auch alle
kennt, durch den Kopf: Hab
ich den richtigen Platz, die
richtige
Anfüttertaktik...gewählt,
sitzt schon jemand Anderes
auf „meinem“ Platz usw.
Am Wasser
angekommen bekam ich auch
schon die erste Antwort.
Puh, der Platz ist frei.
Glück gehabt. Also machte
ich mich schnell wie schon
hunderte Male vorher ans
Aufbauen meines Tackles. Ein
letzter kritischer Blick
Pot, Ruten, Bivvy alles an
seinem Platz. Jetzt kann
Lucas kommen dachte ich
gerade, als meine Gedanken
durch das rufen meines
Bissanzeigers durchbrochen
wurden. Vollrun und das
schon nach einer knappen
Stunde, fängt ja gut an.
Spurt an die Rute, Anhieb,
hängt… alles lief ziemlich
gesteuert ab. Nach kurzem
aber heftigen Drill konnte
ich mich um 18:00 über die
ersten Bilder mit einem
8-pfündigem Schuppi freuen.
Fruit
Punch hieß der Köder des
Erfolgs. Ich hatte den
„Kleinen“ gerade in sein
Element zurückgelassen, als
Lucas mit etwas Verspätung
eintraf.
Ich
montierte neue Boilies und
warf die Montage wieder auf
den Platz. Eine Handvoll
Murmeln dazu und die Falle
ist wieder scharf
geschaltet. In der Zeit des
Wartens half ich Lucas sein
Tackle aufzubauen. Voller
Stolz präsentierte er mir
seine neuen Funkbissanzeiger,
die er 2 Tage zuvor zu
seinem 13 Geb. bekommen
hatte. Hoffentlich werden
wir sie in Aktion erleben
dachte ich als gegen 20:10
Uhr erneut mein Piepser nach
mir rief. Diesmal jedoch auf
dem anderen Futterplatz.
Nach dem Anhieb übergab ich
meine Rute Lucas um ihm
einen kleinen Vorgeschmack
zu geben, was ihn vielleicht
noch erwartet.
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Kurz nach
der Übergabe verfing sich
der Karpfen aber in der
Schnur eines
Vereinskammeraden, sodass
ich schnell die Rute wieder
übernahm. Trotz allen
Versuchen konnte sich der
Fisch lösen und so stand es
1:1. Ich brauchte nur wenige
aufmunternde Worte für Luci,
der das Ganze lockerer sah
als ich dachte. Neu montiert
flog diese Montage gen
Futterplatz. Nun hieß es
wieder warten, warten,
warten…
Die
Kirchturmuhr schlug gerade
20:30 Uhr als sich das
schöne Geräusch meines
Bissanzeigers einmischte.
Hängt, rief ich Lucas zu.
Als er neben mir, bereit mit
dem Kescher in der Hand
stand, waren wir uns, anhand
der Rutenbiegung, sicher,
dass dies ein Besserer ist.
Ich hatte den Fisch gerade
über den Rand meines
Keschers gezogen, als Lucas
seine Bissanzeiger mit einem
Vollrun einweihte. Mach
langsam und bleib ruhig reif
ich noch hinterher, wobei
ich mir sicher war, dass er
es nicht mehr hörte. Doch
diesmal lief alles anders.
Vorbildlich konnte er seinen
Schuppi zum Landgang
überreden. Da lagen sie nun,
2 wunderschöne Schuppis von
20 und 10 Pfund.
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Gegen
22:oo Uhr hieß es erneut
Fruit Punch Alarm. Doch kurz
danach blieb die Schnur an
einem Hindernis hängen.
Jetzt packte mich noch mehr
der Ehrgeiz.
Der
weitere Abend verlief dann
bei Pizza und kühlen
Getränken ruhig. Das Wasser
glich einem Spiegel, welcher
nur ab und zu von
Fischaktivitäten
durchbrochen wurde. Gegen
23:30 Uhr legten wir uns
dann nach einem fischreichen
Anfang auf`s Ohr. Es war
kurz vor 03:00 als meine
Funkbox mich aus dem Schlaf
riss. Lucas Lucas rief ich,
doch der Kleine blieb im
Traumland. Nach wenigen
Sekunden des Drill
verabschiedete sich der
Karpfen mit einem
zielsicheren Schlag mit
seiner Schwanzflosse auf
meine Schnur. Enttäuscht
aber trotzdem glücklich über
den Biss legte ich mich
wieder auf meine Liege,
schaute noch kurz auf die
Uhr 03:10 Uhr und zog die
Decke über mich. Im selben
Moment Vollrun !!! Also
wieder raus und los geht`s.
Diesmal hatte ich beim
wecken von Lucas und dem
anschließenden Drill mehr
Erfolg. 21Pfund hatte der
Spiegler und somit mein
neuer PB was die Mirrows
angeht.
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Voller
Adrenalin und Stolz legten
wir uns wieder aufs Ohr,
nachdem der Fisch
ordnungsgemäß versorgt
wurde.
Natürllich konnte ich nicht
sofort einschlafen und ging
den Drill in Gedanken
nochmal durch.
Nach
einiger Zeit fiel ich dann
doch der Müdigkeit zum
Opfer. Bis(s) um 05:15. Ich
stürzte noch im Halbschlaf
aus meinem Zelt und sah
einen Mann Richtung meinen
Ruten laufen. Es war Martin,
ein Vereinskamerad, der nach
seiner Nachtschicht mir noch
einen, wenn auch sehr
frühen, Besuch abstatten
wollte. Ich erkannte ihn
aber in diesem Moment auch
nur, da ich ihn fast über
den Haufen gerannt hätte.
Als der
Fisch auf der Abhakmatte
lag, erkannten wir, dass es
sich bei diesem 20-pfünder
um einer der wenigen Two
Tones im Gewässer handelt.
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Nach
kurzem Plausch mit Maddin,
entschied er nach Hause zu
fahren und seine Sachen
zupacken, so dass er gegen
Mittag bei uns zum Angeln
eintreffen würde.
Ich
überließ ihm einen meiner
Futterplätze. Allerdings
wollte er lieber seine
Boilies anstatt den
Carpodrom Alpha Range
fischen. Lucas und ich
beschlossen kurzerhand noch
eine Nacht dranzuhängen, für
die Zeit des Fußballspiels
aber nach Hause zu fahren.
Der Tag
verlief ruhig. Gegen 19 Uhr
holten wir unsere Ruten aus
dem Wasser und machten uns
in Fußballstimmung auf den
Heimweg. Nach dem Sieg
unserer Elf ging es wieder
ans Angeln. Martin hatte es
sich schon auf seiner Liege
bequem gemacht, als wir
unsere Ruten neu beköderten.
Nach
kurzem Smalltalk wie die
Nacht wetter- und
fischtechnisch verlaufen
würde gingen auch wir in
unser Bivy. Die Nacht hielt
was der Wetterbericht
versprochen hatte und wird
mir noch lange Zeit in
Erinnerung bleiben. Blitze,
Donner, Sturm alles war
dabei und alles war
gleichzeitig. Als das
Unwetter fast vorbei war,
schlief auch ich wieder ein.
7:15 Uhr Sonntagmorgen, der
nächste Run. Lucas, der nun
direkt wach wurde lief
zusammen mit seinem
Schlafsack
an seine Ruten. Er hängt,
rief er mit breitem Grinsen
im Gesicht und wickelt sich
gleichzeitig aus seinem
Schlafsack. Der Sieger
dieses Duells hieß Lucas und
sein 12-Pfünder war auch
gleichzeitig sein PB bei den
Schuppis.
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Da
ich gegen Mittag zu
Hause sein wollte, weil
ich Nachtschicht hatte,
fingen wir gegen 9:30
Uhr an zu packen.
Allerdings konnten wir
nur ca. 30 min unserer
Arbeit nachgehen, da ein
weiterer Karpfen
Gefallen an Lucas Purple
Haze gefunden hat.
Leider hing dieser aber
nicht. Also packten wir
weiter zusammen und
fuhren gegen 11:30 Uhr
heimwärts.
Alles
in Allem war es ein
richtig schönes
Wochenende, dass mit 6:4
an uns ging. Man kann
sagen, dass wir die
richtige Wahl getroffen
hatten. Wir erlebten
welche Kraft und
Schönheit die Natur
haben kann und dass wir
Menschen letztendlich
den Naturgewalten nicht
trotzen können.
Leider vergessen viele
wer zuerst da war,
nämlich die Natur !
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EUER Marc Scheuer
TEAM PFALZCARP
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