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Nach mehreren Ansitzen am Fluss,
hatten mein Freund und ich uns mal
wieder dazu entschieden, eine
Session am heimischen See zu
starten. Jedoch waren die
Bedingungen alles andere als
optimal: bewölkter Himmel, Hitze um
die 30 Grad und mäßiger Ostwind.
Aber wer kennt nicht den Spruch..."wer
nicht wagt, der nicht gewinnt".
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So
zogen wir los ,bauten unsere
Spots auf, beköderten unsere
Montagen mit hellen Pop Up'
s und feuerten diese ca. 80
m Richtung Seemitte. Eine
der drei Ruten legte ich im
flachen Uferbereich
ab...vielleicht macht das ja
den Unterschied ? Die Sonne
ging so langsam unter und es
wurde ruhig am See...kein
Karpfen rollen...kein Frosch
gequacke..--NIX--Bis 2.30
Uhr... Dann aber:
PIIIEEEPPP... FULL
RUN !!Also raus aus dem
Zelt, rein in die Wathose
und fix Kontakt zum Fisch
herstellen. Ich setzte den
Anhieb und super: "Sitzt" !
Das muss ein guter sein
so
um die 30 pfd dachte ich
mir, denn es war ein richtig
starker Drill mit vielen
Fluchten und Manövern.
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Der Fisch
gab alles was er konnte und setzte
auch sein vermutetes Gewicht ein,
sodass ich schon innerlich mit dem
Gedanken, an eine neue Bestmarke
glauben konnte. Doch dann hieß es
aufgepasst...der Fisch gab nach und
ich konnte ihn endlich hoch pumpen..
jetzt ab in den Kescher und.....pinggg...ausgeschlitzt!!
Ich war wie erstarrt. Wir hatten
noch nicht mal die Möglichkeit, den
Fisch zu sehen und das bereitete uns
Kopfschmerzen. Für mich brach meine
Karpfenwelt zusammen: Warum war er
weg? Was habe ich falsch gemacht?
War das vielleicht der Fisch, worauf
ich schon so lange gewartet habe und
nun ist er weg? Fragen über
Fragen und absolute
Ratlosigkeit. Ich denke es ist der
blanke Horror für jeden Hunter: Man
drillt den Fisch perfekt aus,
er
liegt schon flach auf der Seite
und
ist bereit sich zu ergeben, sich dem
Fotoshooting zu stellen und dann
verliert man ihn, nicht weil das
Vorfach bricht ,sondern weil der
Haken ausschlitzt und nicht mehr
richtig sitzt. Aber ich denke mit
dem Gefühl musste ich nicht nur ich
Erfahrung machen sondern ihr
bestimmt auch schon. Mit großer
Enttäuschung beköderte ich neu und
meine Montage flog wieder auf den
Platz. Wieder auf meiner Liege
angekommen, machte ich mir die ganze
Zeit Gedanken, warum der Haken nicht
richtig saß...nicht Scharf genug,
falsches Vorfachmaterial sodass der
Haken sich nicht richtig drehen
konnte, es gibt viele Ursachen ?
Doch leider werde es wohl nie
erfahren...
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So langsam ging die Sonne
auf und als ich rüber
zu meinem Angelpartner gehen
wollte um frischen Kaffee
abzuholen...PIIIEEEPPP...wieder
ein FULL RUN.. Dieses Lied
des Bissanzeigers steht in
meinen persönlichen Charts
auf Platz 1. Diesesmal
an der im flachen abgelegten
Rute, super ! Nix wie an die
Rute...anschlag, und ich
dachte mir zum 2ten mal...Sitzt...mit
Gedanken an "wie
lange noch" und
"bloß nicht noch mal
dieser Horror" rief
ich meinen Freund herbei,
wir zogen unsere Wathosen an
und gingen dem Fisch
entgegen. Der Drill verlief
ähnlich Atemberaubend...mal
kamen wilde fluchten, mal
wurde es zum mühseligen
Pumpen. Oft genug dachte ich
mir ,dass ich Ihn jetzt doch
endlich mal an die
Oberfläche bekomme doch dann
explodierte bildlich das
Wasser und der Fisch zog
wieder mehrere Meter von
meiner Rolle. Wieder begann
dieses mühseliges heran
pumpen
fast monoton ,
sodass ich in Gedanken immer
noch die Bilder des vorigen
Verlustes vor mir hatte.
Doch dann sahen wir ihn zum
ersten mal: Ein
wunderschön beschuppter
Spiegler, wie wir
ihn noch nie zuvor im See
gesehen hatten. Ab diesem
Augenblick dachte ich
mir...egal was passiert..
diesen Fisch verlierst du
nicht! Gesagt getan- Ich
übte in den fluchten nicht
mehr so starken Druck aus,
um ihn zu stoppen, sondern
ließ ihn mehrmals über die
Bremse arbeiten, vorbei ich
bei jedem summen der Bremse
einen Adrenalin Stoß bekam.
Dies ist der Fisch,
weshalb ich hier sitze.
Das wusste ich jetzt. So
langsam wurde er müde und
ich lenkte ihn in Richtung
Kescherrand. Noch ca 10
Meter, dann ist es soweit
und wenn mir auch der gleich
ausschlitzt dann bin ich
reif, zum Wahnsinn über zu
gehen. Doch es verlief alles
gut. Nur
noch wenige
Zentimeter, ein letztes
Klatschen mit der riesigen
Flosse und der Spiegler ließ
sich in den Kescher gleiten.
"Ich hab ihn !" rief mein
Freund
und es ist ein
guter, ein richtig guter!
Dann sahen wir das Ausmaß
der Überraschung und wir
trauten zuerst unseren Augen
nicht. Ein
wunderschöner Fisch mit 37
pfd. In mir
sprudelte es vor Freude, so
dass im ersten Moment der
nächtliche Horror schnell
vergessen war. Nach ein paar
schönen Fotos durfte er
wieder zurück ins kühle Nass
und für uns endete eine
gelungene Session, doch noch
mit einem guten Ende, und
bis heute, denke ich noch an
den verlorenen Fisch:
Welche Überraschung
dieser Wohl bereit hielt
???!! Bis zum
nächsten mal.....
Tight
Lines...euer Micha
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