RALF BOXHEIMER: OSTERSESSION 2010

 

OSTERSESSION 2010                                                                                               

Ostern steht vor der Tür und ich war dieses Jahr erst einmal am Wasser. Der Winter hatte dieses Mal mehr Ausdauer als die Jahre zuvor. Und so stand für mich fest, ich muss unbedingt das herrliche Wetter ausnutzen und fischen. Zuerst wollte ich an einen meiner Favorisierten Seen in Frankreich, was allerdings in der Kürze der Zeit und bedingt durch die Osterfeiertage nicht zu realisieren war. So beschloss ich meinem Vereinsgewässer auf die Pelle zu rücken und konnte auch durch die Nähe zu meiner Wohnung bereits ein paar Tage vor meinem Trip 2 Spots unter Futter stellen, knappe 2 Kilo verteilte ich in 4 Tagen auf den beiden Spots. Die 1. Hand immer punktuell, und eine weitere Handvoll in einem Radius von etwa 3-5 Metern drum herum. Ich bin seid letzem Jahr von den kräftig roten Fruit-Punch Boilies sehr überzeugt und so stand es nicht zu Debatte mit welchem Köder ich füttern und später natürlich auch fischen werde.

Am Gründonnerstag war es dann endlich so weit, kurz nach 10 Uhr bin ich am See angekommen und in routiniertem Gang wurde das Pod aufgebaut, die Ruten montiert und die Montage beködert. Meinen Hakenköder wollte ich optisch am Futterplatz hervorheben und so präparierte ich je 2 Montagen mit einem Boilie und einem Maiskorn Imitat von Enterprise Tackle. Fluoro-Pink tagsüber und Niteglow für die Nacht sollten für zusätzlichen Reiz und Neugier bei den Fischen sorgen. Das Niteglow Imitat wird von mir mit einer kleinen UV Lampe etwa 1 Minute lang angestrahlt, auf dieser Art aufgeladen leuchten die Imitate mehrere Stunden sehr intensiv und sind gerade in der Nacht ein Joker. Das von mir befischte Gewässer ist sehr trübe und schlammig, visuelle anreize sollten also nicht fehlen. 

Ich nahm die fertigen Ruten, platzierte diese auf meinen beiden vorgefütterten Spots und warf mit dem Wurfrohr noch einige Boilies hinterher. Kritisch blickte ich über den See, schaltete meine Bissanzeiger ein und widmete mich nun dem restlichen Aufbau meines Camps.
 




2 Köder denen ich großes Vertrauen schenke, Fruit Punch Boilies von Carpodrom und Maisimitate von Enterprise Tackle
  
Gerade als ich in der Tür meines Bivvy stand, die Liege in der Hand und kurz davor diese aufzustellen, hatte ich die 1. Aktion auf meiner linken Rute. So schnell habe ich nicht mit einem Fisch gerechnet und nachdem ich die Rute in der Hand hatte, überkam mich die Vermutung dass es sich wohl um eine Brasse handeln muss. Wie soll es anders sein, ich musste Recht behalten und etwas enttäuscht versorgte ich den Fisch und warf die Rute neu aus. Das Camp konnte also fertig gestellt werden und am frühen Nachmittag, es muss so gegen 14:30 Uhr gewesen sein, lief die linke Rute erneut ab, dieses mal etwas schneller als zuvor und ich konnte einen Schuppenkarpfen von 14,2kg in meinen Kescher führen. Geht doch ! Selbstverständlich blieb ich meiner Montage treu und nachdem ein frischer Boilie unterhalb des Fluoro-Maiskorn platziert war, flog diese zurück auf den Spot und damit die Fische auch was zu futtern haben, fütterte ich eine Handvoll der Fruit-Punch Boilies nach.
Nun gönnte ich mir auch was zum Essen und zog mich in mein Bivvy zurück und der weitere Abend verlief ohne weitere Aktion, der See lag ruhig im Sonnenuntergang und es umgab mich eine angenehme Stille. Als es dunkel wurde, schloss ich die Tür zu meinen Bivvy und telefonierte mit meiner Familie, bevor ich dann langsam einschlief. In der Nacht wachte ich auf, 0 Grad zeigte mein Thermometer und ich vermisste meine Zeltheizung. Den Fischen muss es auch kalt gewesen sein, ließen sie sich doch Zeit bis kurz nach 5:00 Uhr am Freitag Morgen bevor mich ein Spiegelkarpfen von 13,1kg weckte und Guten Morgen sagte. Es war dieses Mal die rechte Rute und der Fisch zog ununterbrochen ab. Der 1. Spiegler für dieses Jahr wand sich sichtlich empört auf meiner Abhakmatte. Um uns herum war alles gefroren, doch innerlich verspürte ich eine angenehme wärme nach diesem Drill. Damit sich das nicht änderte wurde der Fisch schnell versorgt und ich zog mich eilig in den Schlafsack zurück. Nicht aber ohne vorher noch mal „nachgeladen“ zu haben.



 Der TwoTone Karpfen welcher schon vermisst wurde ...
Als ich wieder aus dem Schlafsack kroch zog sich der Himmel zu und es begann zu regnen. Im Regen machte ich die Ruten wieder fertig und warf noch etwas Futter hinterher. Wie soll es auch anders sein, nachdem ich fertig war und meine haken auf den nächsten Fisch warteten, verzogen sich die Wolken und der Regen hörte auf. Leicht verträumt und noch Müde von der letzten Nacht saß ich auf meinem Stuhl und beobachtete den See als kurz nach 10:00 Uhr die linke Rute erneut ablief und ein Schuppenkarpfen von 11kg meine Fangstatistik nach oben korrigierte.  Ein Vereinskollege welche am gegenüberliegenden Ufer saß, besuchte mich und blieb zur Fotosession und einem kleinen Plausch unter Anglern. Am Nachmittag kam Max vorbei, der eigentlich mit mir am See sitzen wollte, aber aus gesundheitlichen Gründen dann absagen musste. Wir erzählten und begutachteten die Bilder der Fische. Am Abend habe ich die Ruten dann wieder fertig für die Nacht gemacht und hab mich in meinen Schlafsack zurück gezogen. Um 4:49 Uhr weckte mich die linke Rute ! Als ich den Dicken endlich an Land hatte, geriet ich völlig aus dem Häuschen ! Es war ein TwoTone - Karpfen, der meines Wissens nach, schon seit über 2 Jahren nicht mehr gefangen worden war und quasi schon als „vermisst“ gemeldet wurde ! Zudem war das der Zielfisch von Max, der mich am Tag zuvor noch besucht hatte und so ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, den Guten direkt am frühen Morgen aus dem Bett zu klingeln und über das ganze Gesicht grinsend zu berichten wen ich da gefangen hatte. Aus mir unerklärlichen Gründen, war Max ein wenig verstimmt.

Um kurz vor Mittag war es dann aus mit der guten Laune ! Ein Schwan verhedderte sich in meiner Schnur und zog dermaßen heftig Schnur von der Rolle, dass mein Bissanzeiger sich verabschiedete. Das Rädchen war festgebrannt und ich hatte einen ordentlichen Schnursalat ! Ich hätte schreien können ! Aber es hilft ja alles nichts. Ich wechselte die Spule auf meiner Rolle, versuchte so viel Schnur wie möglich aus dem Wasser zu bekommen und schrieb die Schnur als außerordentlichen Verlust ab.
Viel mehr Sorgen bereitete mir mein Pieper. Ich hatte zwar noch Ersatz dabei, aber immerhin gehört er zu einem 4-er-Funkset, der Schwan tat gut daran nicht mehr in meine Nähe zu kommen. Dennoch hatte diese Tatsache etwas positives. Seit geraumer Zeit liebäugle ich nämlich mit den außergewöhnlichen  ATTs Funkbissanzeigern, und es gibt wohl keine besser Kaufgelegenheit als den vorgekommenen defekt meines Carpspirit Bissanzeigers.

Am Nachmittag, etwa gegen 16:00 Uhr biss dann zu allem Übel noch eine Brasse und meine Freude über die 3 Fische zuvor wurde davon erneut etwas getrübt. Ich bereitete alles für die Nacht vor, aß eine Kleinigkeit zu Abend und zog mich in mein Bivvy zurück. In dieser Nacht sollte es nicht bis zum Morgengrauen dauern, kurz vor Mitternacht eilte ich zum Pod und nahm die rechte Rute zum Drill auf.
Ein schöner Schuppi von 13,2 kg genehmigte sich ein einen Mitternachtssnack auf meinem Spot. Danach hatte ich ein paar Stunden Schlaf, bis mich um kurz nach 7:00 Uhr am Sonntagmorgen der nächste Run aus dem Schlafsack holte. Es war wieder die rechte Rute und nach einem schönen Drill präsentierte sich der schwerste Fisch dieser Session mit 17,8kg auf meiner Matte. Ein weiterer Schuppi war „verhaftet“. Ich frühstückte in Ruhe und begann erneut einige Montagen vorzubinden, da ich beim aufräumen meiner Tacklebox und Vorfachtasche dazu regelrecht aufgefordert wurde.  Um 12:41 Uhr war es die linke Rute die wieder von sich reden machte und ein schöner 12,8kg Schuppi lag vor mir. Kurz darauf kamen 2 Vereinskollegen vorbei, denen ich ein bisschen beim Aufbau half. Ralf, ein Namensvetter ließ sich direkt am Spot neben mir nieder. Wir aßen gemeinsam zu Abend und während dessen zog ein ordentlicher Wind, den man schon Sturm nennen konnte auf. Ich prognostizierte, dass in dieser Nacht keine Fische mehr beißen würden und am Ostermontag stellte sich heraus, dass ich Recht behalten hatte. 

Ich begann gemütlich mit dem Abbau und verlieh meinen Trolly an einen Kollegen, was mir nicht nur 30 Minuten Verspätung am Treffpunkt mit meiner Frau einbrachte, sondern gleich noch Ärger mit selbiger …
 

Doch nach fast 100kg Fanggewicht an Karpfen war mir das mehr als egal und konnte mich nicht aus der Ruhe bringen.
 

Während sie noch schimpfte, plante ich bereits den nächsten Trip hierher, der direkt in der kommenden Woche stattfinden sollte. Diesmal von Mittwoch bis Samstag. Das sage ich ihr aber erst später …







TIGHTLINES !

Ralf

TEAM PFALZCARP