THORSTEN CLEMANN: THE YEAR 2010

 

Thorsten Clemann: The Year 2010                                                                 (Dezember 2010)

Ich schaue, während ich diesen Bericht hier schreibe, aus dem Fenster. Wir haben 18 Uhr, es ist dunkel, stockdunkel. Im Licht der Straßenlaterne erkenne ich viele kleine weiße Flöckchen, die so langsam die Straße bedecken und die Welt in ein weißes Märchen verwandeln. Es ist bitterkalt geworden, Weihnachten steht vor der Tür. Schon wieder ist ein Jahr vorbei.  Letztes Jahr um diese Zeit habe ich bereits schon große Pläne geschmiedet. Was will ich in dem kommenden Jahr, im Jahr 2010, erreichen?  Da ist das BWL-Studium, das es gilt erfolgreich zu meistern. Viel Zeit mit meinen Freunden möchte ich verbringen. Spaß haben, das Leben genießen mit meinen jungen 21 Jahren. Ich will viel Sport treiben. Die Fitnesstrainer-B-Lizenz ist auch schon eingeplant. Fußball, Fitness… Ach ja, meine Freundin darf ich natürlich auch nicht vergessen. Aber, da war doch noch was… Etwas, ohne dass ich mir mein Leben gar nicht mehr vorstellen kann… Die schönen Stunden in der Natur, am Wasser… Die himmlische Ruhe, die Zeit für mich selbst, Erholung pur! Das aufschreien eines Bissanzeigers, die kreischende Bremse, Flossenschläge deines Gegenübers, die von der Rutenspitze, übers Handteil der Rute, bis in deinen ganzen Körper wandern. Adrenalin pur! Jungs, gibt es etwas Schöneres im Leben? Ich glaube nicht!  Genau das möchte ich in diesem Jahr erleben. Nicht nur ein Mal, sondern so oft es nur geht. Ich möchte jede freie Minute am Wasser verbringen, ab und zu auch mal einen schönen Fisch auf die Matte legen. Übrigens gilt es die 30 Pfund Marke dieses Jahr an meinem Hausgewässer zu knacken. Für viele, ich schließe mich dabei nicht aus, ist ein 20 Pfund Fisch an diesem See schon kapital. Ich glaube aber fest daran, dass der See noch den ein oder anderen dicken Schatz beherbergt und den gilt es schließlich zu finden.

      Gesagt, getan: Es ist der 1. April. Endlich ist das Fischen in der Zeit von 5:00 Uhr – 23 Uhr gestattet und die Saison kann beginnen. Die Bedingungen an diesem See sind trauriger Weise alles andere als rosig! Schonbezirke, Nachtangelverbot, hinzu kommen viele Segler, Surfer und Raubfischangler, die gerne mal die Montagen einsammeln. Das Leben eines Karpfenanglers kann schon ganz schön hart sein. Bereits im vergangenen Jahr konnte ich schöne Erfolge mit den Carpodrom-Boilies „Scopa Cabana“ verzeichnen, wodurch meine Köderwahl nicht schwer viel. Schon in den ersten Wochen im April konnte ich einige schöne Fische auf Carpodrom Pop-Up’s bzw. Schneemänner überlisten und zum Fototermin einladen. Wieder einmal keine Riesen, aber Fisch ist Fisch !
Mitte Juni war es endlich soweit. Zum ersten Mal blieb für mich die Waage bei über 30 Pfund stehen. Der Fisch, ein kräftiger Graskarpfen von 31 Pfund, konnte einem Scopa-Cabana-Schneemann nicht wiederstehen. Das gesteckte Ziel wurde erreicht! Nun wurde das Ziel um eine Kleinigkeit korrigiert. Die 30 Pfund Marke blieb bestehen, jedoch sollte es nun auf die Jagd nach einem „richtigen Rüssler“ dieser Gewichtsklasse gehen. Grasfische sind nun mal keine waschechten Karpfen, das ist Fakt und so ging das Abenteuer weiter. Nun rückte jedoch das Studium zunächst in den Vordergrund, da die Klausuren unmittelbar bevorstanden. Es hieß pauken, pauken, pauken. Marketing, Personalmanagement, Wirtschaftsrecht, Statistik, Kostenrechnung, Mathe.. BWL ist vielseitig und so hatte ich auch genügend Stoff um den Tag zu füllen.  Doch das Fischen wurde nicht gänzlich vernachlässigt. Besonders als Angler (Spezialgebiet Karpfen) hat man bekanntlich die ein oder andere freie Minute Zeit am Wasser und so wurde der Lernstoff eben einfach mit eingepackt und das Angenehme mit dem Übel kombiniert.






In den nächsten Wochen und Monate konnte ich erneut weitere ansehnliche Fische auf die Matte legen, jedoch die wirklich „Dicken“  waren weiterhin nicht von der Partie. So wurde das Gewässer von Land, wie auch vom Wasser aus, genauer unter die Lupe genommen und vieles ausprobiert und getestet. Mit den dadurch gewonnen neuen Erkenntnissen konnte ich das Stückgewicht nun deutlich anheben und Fische unter 20 Pfund bissen eher selten. Inzwischen waren die Klausuren erfolgreich abgeschlossenen und die Semesterferien hatten begonnen. Zwei Monate freie Zeit, zwei Monate die Füße hochlegen und faulenzen, zwei Monate angeln... Denkste!!! Nach ein paar Tagen Luft schnappen, regenerieren und erholen hieß es schon: „ Rann an die Arbeit! Sechs Wochen Ferienjob, Wechselschicht!“ Täglich 8 Stunden am Band… morgens, mittags, abends, nachts. Sonntags zur Belohnung 12 Stunden-Schicht. Was ein Spaß… Aber irgendwie muss das Hobby ja finanziert werden, also: „Augen zu und durch!“  Das Angeln blieb dabei weitgehend auf der Strecke. Speziell auf Karpfen fehlte einfach die Zeit und so ging es nur abends hin und wieder mal mit der Raubfischrute und Köfi’s im Gepäck für ein paar Stunden auf Zander, Hecht und Co. on Tour. Erst im Oktober ging es erneut, (kaputt geschafft, aber mit vollen Säcken…=) )  ans Wasser um den Rüsslern nachzustellen. So konnte ich auch gleich nach einem herrlichen Drill vom Boot einen schönen Schuppi von 31 Pfund über den Kescherrand führen und somit die 30 Pfund Marke erneut brechen. Da ab November das Angeln nur noch von 7 Uhr bis 19 Uhr erlaubt ist war dies auch die letzte Session auf Karpfen für mich in diesem Jahr an diesem Gewässer und somit ein gelungener Abschluss dieser Karpfensaison.



Bedanken muss ich mich hierbei bei meiner Freundin Melanie, die so viel Verständnis und Interesse für dieses doch außergewöhnliche und zeitintensive Hobby mit sich bringt, bei meinem Angelfreund Daniel für die schönen gemeinsamen Stunden am Wasser und natürlich auch bei Dir Torsten für die hervorragenden Baits und den erstklassigen Service. Wer weiß, ob mir ohne Euch all dies gelungen wäre. Tausend Dank dafür!    

Nun sitze ich hier am Schreibtisch, Anfang Dezember. Draußen hält weiterhin der Winter Einzug, es schneit. Doch bald ist wieder ein neues Jahr. Ein Jahr mit neuen Zielen, neuen Plänen, neuen Wünschen. Weiterhin spielen da mein Studium, meine Freunde, der Sport und natürlich auch meine Freundin eine große Rolle.  Aber auch an meiner Leidenschaft, dem Karpfenangeln, hat sich wenig geändert. Jedoch heißt es im Jahr 2011: „Auf zu neuen Ufern!“ Ich will neue Gewässer befischen, neue Erfahrungen sammeln, mehr Erleben, den Horizont erweitern. DAS ABENTEUER RUFT !!! Ihr werdet von mir hören ...   Ich wünsche Euch allen eine schöne Zeit am Wasser.

 

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Thorsten

TEAM PFALZCARP