TIM LEUPOLD: "Abgegrast"   
 

Abgegrast !!

 

Vielen von Euch wird es wohl genauso gehen wie mir. An einem Freitag auf der Arbeit, die Gedanken drehen sich schon morgens auf dem Weg dahin nur um eins: Die kurz bevorstehende Wochenendsession. Als es endlich soweit ist und ich mich auf den Weg in den Waschraum mache bin ich mir ziemlich sicher dass dieses Wochenende alles klappen wird. Meine Arbeitsklamotten fliegen in den Spind, Tür zu und meine Sachen geschnappt. Ab zu meinem Dad der schon im Auto vor dem Werksgelände wartet und auf direktem Weg nach Hause. Jede rote Ampel verfluche ich, ebenso alle vor uns fahrenden Autos welche vor und her schleichen. Sekunden sind kostbar, und mein Vater bemerkt meine Unruhe. Ruhig Blut mein Junge ! Versucht er mich etwas zu beruhigen und grinst mich an. Ich rutsche auf dem Beifahrersitz unruhig hin und her und wir kommen zu Hause an. Das Tackle steht schon bereit, denn schon am Vorabend habe ich alles fertig gemacht. Am vergangenen Wochenende konnte ich von 3 Läufen nur einen für mich entscheiden und es war heute an der Zeit für die Revanche.

        




















Am frühen Nachmittag, etwa gegen 15 Uhr steht mein Camp für die nächsten 3 Tage. Ich drücke bereits jetzt den Auslöser zum fotografieren, allerdings ein paar Plätze weiter. Als es am Abend anfing zu Dämmern kam Paddo dazu, meine Ruten lagen bereits auf meinem Spot und so ging ich Paddo beim Aufbau etwas zur Hand. Während dessen schaute ich immer zu meinen Ruten und ging die Details noch einmal in Gedanken durch. Etwa 90cm Wassertiefe, harter Untergrund, 2 Hände voll zerdrückte Peppermint Party Boilies und 5 Schaufeln Hanf. Am Rig selbst ein abgebrochenes Stück von einem Boilie, ein Sweetcorn Imitat sowie ein selbstleuchtender Hairstop von Enterprise Tackle. Meine 2. Rute lag in etwa 3m Tiefe und wenn ich keine Fehler gemacht habe dann kurz vorm Übergang des harten Gewässerbodens zu Schlamm. Dort sollte ein Futterteppich aus Boilies, Hanf, Mais und Tigernüssen kombiniert mit Supa Stench Stick Mix die Karpfen anlocken und zum fressen animieren. Am Haar meiner Montage präsentierte ich einen 10mm Boilie welchen ich mit Boilieteig ummantelte. Mit Paddo sprach ich über meine Taktik und wir beide waren sehr zuversichtlich bereits in der 1. Nacht einen Lauf zu bekommen.

Zum Glück behielten wir recht, der 1 Lauf der Nacht kam auf die Rute in 90cm Wassertiefe. Ein kampfstarker Graser machte den Einstand. Einige Stunden später gefolgt von einem weiteren Fisch. Bereits kurz nachdem ich die Rute in der Hand hatte, merkte ich dass der Fisch festsitzt. Also sprang ich ohne zu zögern ins Boot. Es gelang mir den Fisch wieder frei zu bekommen doch dieser zeigte sich sehr unbeeindruckt und so musste ich ständig mehr Druck aufbauen. Ich sah den Fisch an der Oberfläche, drehte meinen Kopf zur Seite und stellte erschreckend fest, dass ich den Kescher noch neben dem Pod liegen habe. Also rief ich in die dunkle Nacht hinein und Paddo reagierte auch prompt. (DANKE PADDO !!) Gemeinsam haben wir den Fisch dann in die Maschen des Keschers geführt und als ich einen 1. Blick riskierte, sah ich ein faszinierendes Schuppenbild. Am Ufer angekommen legte ich die Rute nicht mehr auf meinen Spod. Ich wollte den Futterplatz nicht gleich überfischen denn wir blieben ja noch eine Weile.Am nächsten morgen nach dem Frühstück und Gassi gegen mit Tammy suchte ich nach einem anderen Platz für meine 2. Rute da sich dort in der Nacht nichts getan hat. Beim Loten fand ich in der Nähe des „alten“ Spots eine kleine Erhöhung. Dort landete dann auch das gleiche Futterschema und das Rig wie zu Beginn. Erst am Abend fuhr ich die erfolgreiche Futterstelle wieder an und legte meine Montage dort ab. Tagsüber hielt ich den Platz immer wieder mit Boilies unter Futter. Gerade als ich das Backlead einhing hörte ich Paddo rufen: „FISCH !!“ Also lies ich das Backlead schnell über Board fliegen und fuhr schnell zurück zum Ufer. Ein kurzer aber starker Drill brachte erneut einen Graser hervor, welchen wir dann zu einem „Gemeinschaftsfang“ erklärten, da ich ohne Paddo diesen Fisch mit Sicherheit nicht auf die Matte hätte legen können. Als dann später alle unsere Ruten wieder fangbereit im Wasser waren, saßen wir zusammen und schauten erwartungsvoll auf die Wasseroberfläche. Da, eine Rutenspitze neigt sich, Vollrun ! Erneut erhöhte ein Graser unsere Fangstatistik für diese Session. In der Nacht folgte noch eine Karausche und ein weiterer Graser.  

Alles in allem eine erfolgreiche Session mit einem guten Freund der selbst in der Nacht „vergessene Kescher“ einem hinterherfährt.

Tim

TEAM-PFALZCARP