TIM & MICHAEL: "PVA, Stickmixe und Co"  (Nov./Dez. 2009)
 

Aufgelöst ! ? — Alles über PVA, Stickmixe und Co.

 

Michael: Es ist November ! Der Winter hält Einzug und die Nächte werden länger, die Tage kürzer. Mit sinkender Lufttemperatur sinkt auch die Temperatur des Wassers. Somit werden die Fische träger und senken ihren Stoffwechsel auf "Sparflamme" herunter. Was bedeutet das für uns Karpfenangler ? Unser Zielfisch nimmt nur noch das nötigste an Futter auf , welches sie gut verwerten können und beim fressen keine Energie verbraucht. Um so wichtiger ist es in dieser Zeit, hochwertiges und nahrhaftes Futter in die Nähe unseres Hakenköders zu bringen. Punktuelle Leckerbissen welchen der Karpfen nicht widerstehen kann, doch wie geht das am besten ? Die Lösung liegt auf der Hand:  PVA !!!

Hierbei gibt es zahlreiche Variationen und Einsatzmöglichkeiten. Einige davon möchte ich zusammen mit Tim Euch in diesem Bericht vorstellen. Jedoch sollte man sich vorher Gedanken machen, welches Gewässer und auf welche Wurfweiten die Schuppenträger befischt werden. Hat man Weite Wurfweiten zu bewältigen, nutze ich gerne den PVA- Strumpf, da dieser beim Wurf einen geringen Luftwiderstand darstellt. Hierbei sollte auch auf die Qualität des PVA s geachtet werden, denn ist die Struktur zu schwach kann das Material bei einem starken Wurf reißen und die Montage landet ohne das Beifutter auf dem Spod. Ebenso spielt die Wassertemperatur eine große Rolle, denn qualitativ schlechtes PVA löst sich darin nur äußerst langsam und im schlimmsten Fall mit einigen Rückständen am Haken oder den Ködern auf. In den vergangenen Jahren meiner Angelei habe ich einige "PVA-Marken" mit mehr oder weniger guten Ergebnissen eingesetzt. Umso kritischer war ich gegenüber den Produkten der Firma GARDNER-TACKLE, was sich im nachhinein als unnötig herausstellte. Die PVA-Produkte von GARDNER haben mich schon nach kurzer Zeit überzeugt.

     

Bevor es nun an das Befüllen von PVA-Bags oder PVA-Netzen geht, sollte das Futter gemischt und vorbereitet werden. Nicht nur bei den jeweiligen PVA Varianten sollte man sich Gedanken machen, sondern auch bei Wahl des Lockfutters. Die Wahl sollte wie bereits erwähnt auf leicht lösliches und wertvolles Futter fallen. Eine gute Lösung bieten die Stick Mixe und Pellets des Herstellers Heathrow-Bait-Service. Meine 1. Wahl fällt ganz klar auf den Red Indian Stick Mix. Er ist direkt Einsatzbereit und hat bereits ohne weitere Zusäze wie Flavour oder Flüssige Attraktoren eine große Lockwirkung auf unsere geschuppten Freunde. Um im Winter oder auch bei hohem Angeldruck die Lockwirkung noch einmal heraufzusetzen verwende ich Additive und Öle von Carp-Company. 2 sind dabei ein fester Bestandteil meiner Angelei geworden, das Pure-Hemp-Oil sowie das Pukka-Salmon-Oil.




PVA-NETZE

Ich habe Euch hier eine kleine Schritt für Schritt Anleitung erstellt, wie ich vorgehe beim Befüllen des PVA`s und bei der Verwendung der Bait-Bomb auf die Tim später noch detailliert eingehen wird.

 
(solche Montagen mit PVA-Sticks und PVA-Bags bereite ich mir immer gerne zu Hause vor, wenn es z.B. nach Regen aussieht oder ein gewisser Vorrat ratsam ist ...)

Zunächst Knoten wir am Ende des PVA Strumpfes einen üblichen Knoten. Dann befüllen wir das PVA-Netz durch das Kunststoffrohr mit Futter. Je nach belieben kann man hier mit Pellets, Stickmix und zerdrückten Boilies eine Art "Sandwich" machen. Um das Futter zu verdichten nutze ich den Plunger, so kann man das Futter pressen und das PVA-Netz optimal ausfüllen um später einen kompakten PVA-Stick zu erhalten. Je nach belieben kann man die länge des späteren PVA-Sticks bestimmen indem man die Futtermenge erhöht oder reduziert. Man sollte aber immer daran denken das große Sticks einen größeren Luftwiderstand haben und somit die Wurfweite sowie das zielgerichtete Werfen stark eingeschränkt wird. Ist die gewünschte Größe erreicht, so schneiden wir das PVA ab und knoten es fest zu. Mit Hilfe einer langen Ködernadel lässt sich nun das Vorfach zusammen mit dem Hakenköder optimal durch den PVA-Stick durchziehen. - Fertig zum Wurf ! 

PVA-BAGS

Will man mehr Futter, oder einfach nur flüssige Lockstoffe an den Platz bringen und hat keine großen Wurfweiten zu bewältigen, so sind PVA Bag's bestens dafür geeignet. In verschieden Größen erhältlich von small, medium und large hat man für alle Anwendungsbereiche genügend Spielraum. Um bei kälteren Wassertemperaturen ein schnelleres auflösen der Bag's zu ermöglichen, kann man diese noch mit kleinen Löchern versehen, um Wasser schneller und an verschiedenen Punkten eindringen zu lassen. Somit löst sich das PVA schneller auf und das Futter liegt schneller frei. Eine nützliche Hilfe bei der Verwendung von PVA-Bag's ist der Baggit, ein vielseitiger Trichter.

Als ersten Schritt, führe ich das Vorfach durch den Schlitz am Baggit, bis der Haken an der untersten Öffnung angekommen ist. Anschließen führen wir den Baggit in den PVA Bag ein und befüllen unser PVA Bag mit Futter. Ist das Bag mit Futter gefüllt, ziehen wie den Baggit heraus jedoch das Vorfach bleibt im Bag. Die Öffnung kann man dann mit PVA Schnur verknoten werden. Fertig ist die Montage mit dem PVA Bag und bereit Richtung Wasser geworfen zu werden. Der Baggit läßt sich übrigens auch zusammen mit dem PVA-Netz einsetzten, denn er passt in das Kunststoffrohr hinein. So kann man auch sehr kleine Pellets und feines Futter ohne große Mühe einfüllen.

 

Tim: So wie Michael die Anwendung bereits beschrieben hat, gehe ich auch vor. Allerdings hat man manchmal auch das Problem das einem die PVA-Bag´s ausgegangen sind oder man gänzlich auf PVA verzichten möchte. Gardner hat da ein nützliches Tool welches es einem dann dennoch ermöglicht mit Stick-Mixen zu fischen und so punktuell am Hakenköder Futter anzubieten. Ich spreche von der Bait-Bomb. Mit ihr hat man die Möglichkeit schnell und einfach komprimierte Futterpellets zu erstellen welche sich prima an der Montage befestigen läßt.

Zunächst trennt ihr die Bait-Bomb. Zum einen hat man einen Zylinder zur Hand und zum anderen einen „Stopfen“. Den Zylinder stellt man auf festen Untergrund (Boden vom Futtereimer). Dann füllt man diesen mit Futter. Im nächsten Schritt führt man den Stopfen in den Zylinder ein und presst das Futter gut zusammen. Anschließend die Bait-Bomb vom Untergrund heben und den Stopfen vorsichtig weiter durchdrücken, bis der "Futterpellet" heraus kommt. Nun kann man die Montage durch die seitliche Naht führen , bis man zum Haken kommt. Diesen kann man dann in dem "Futterpellet" versenken und einführen. Man kann den Haken nun versenken und den Köder frei lassen oder man zieht den Pellet weiter herunter und versenkt den Hakenköder ebenfalls im Futter. Das bleibt jedem selbst überlassen.

Mein Motto: "Die Zeit der kleinen Snacks ist gekommen !" - vorbei ist das Füttern mit der groben Kelle

Ich verwende von HBS die Bloodworm-Pellets und mische diese mit dem Supa-Stench Stick-Mix. Komprimiert verpackt im PVA-Netz gebe ich "The Aminol" von Carp-Company hinzu und lasse den Stick-Mix sowie die Pellets sich schön vollsaugen. Der flüssige Lockstoff ist dabei kein Problem für das PVA, da es dieses nicht wie Wasser auflöst. Alternativ kann man auch die Pellets zuerst einweichen und sich mit dem Aminol vollsaugen lassen.

     

Auf dem Foto ganz rechts seht ihr meine Montage zusammen mit 2 Köderimitaten von Enterprise Tackle. Es handelt sich hierbei um einen Fluoro Pop-Up und ein sogenanntes Pop-Up Sweetcorn, ein Maiskornimitat. Über den Pellets und dem Stick-Mix präsentierte ich diese Pop-Up Montage und konnte auch noch während der Bildererstellung für diesen Bericht damit Karpfen überzeugen.

 

 

Somit wäre ein Grundstein gelegt , um auch in dieser schwierigen Jahreszeit, den schönen Schuppenträgern den Weg zu unserem Köder zu versüßen und letztendlich an den Haken zu locken. Wie ihr sehen könnt gibt es viele Möglichkeiten Futter punktuell am Hakenköder anzubieten. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt ich wir beide hoffe Euch damit Neugierig gemacht zu haben. Jetzt seid ihr dran, viel Erfolg und eine tolle Zeit am Wasser.

Michael & Tim

TEAM-PFALZCARP